Chronik | Burgenland
02.03.2013

Denkmalamt möchte Schutz für Haus „Zablatzky“

Architekt Tenhalter stellt den Bau aus den 1930er Jahren in eine Reihe mit der Werkbundsiedlung in Wien-Hietzing.

Die Liste denkmalgeschützter Eisenstädter Bürgerhäuser aus dem 15. bis 18. Jahrhundert ist lang, die Liste mit Bürgerhäusern aus der Zwischenkriegszeit ist fast leer. Zu Unrecht, ist Peter Adam überzeugt. Denn das „Haus Zablatzky“, ein würfel-artiger Bau an der Ecke Kaiserallee / Georgistraße, ist für den Landeskonservator des Bundesdenkmalamtes eindeutig „denkmalwürdig“. Unterstützung erhält Adam vom Eisenstädter Architekten Stefan Tenhalter, der den Bau aus den 1930er Jahren nach Entwürfen von Walter Hoss in eine Reihe mit der Werkbundsiedlung in Wien-Hietzing (1931-1932) stellt. „Für Eisenstadt stellt dieses Gebäude unbestritten ein bedeutendes Beispiel jener ,gemäßigten‘ Moderne dar, die dem Anspruch nach rationalem, zeitgemäßem Bauen verpflichtet war und gleichzeitig Kriterien wie Bescheidenheit, Wohnlichkeit und die Angemessenheit der Mittel im Blick hatte“, ist Tenhalter vom noch originalen Zustand begeistert.

Die Erben der vor Kurzem verstorbenen Besitzerin sind ob dieser Dimension des Hauses weniger begeistert und hätten am liebsten, wenn gar nichts geschrieben würde. Eine freundliche Dame sagt dem KURIER am Telefon, man werde das Haus erhalten und in fünf bis zehn Jahren entscheiden, was genau damit passieren soll.

Konsens

Das Bundesdenkmalamt kann ein Verfahren einleiten, um das Objekt unter Schutz stellen zu lassen, Adam setzt aber auf Kooperation und gibt die Hoffnung auf Gespräche nicht auf. „Die Denkmalpflege müssen letztlich die Eigentümer übernehmen – mit unserer Hilfe. Wenn wir langfristig keinen Partner haben, tun wir uns schwer“. Adam verweist auf finanzielle Förderungen und räumt mit der Mär auf, in einem denkmalgeschützten Haus dürfe nichts verändert werden. So wären etwa die Dämmung der obersten Geschoßdecke und Optimierung der Fensterdichtungen möglich.