Virtuelle Innovation: So kann sich Demenz für Erkrankte anfühlen
Die Anwendung simuliert in einer VR-Brille die Realität eines Demenzkranken.
Wie erleben an Demenz erkrankte Menschen ihren Alltag? Diese Frage steht im Zentrum des Simulators „SimuDementia“, den das Start-up „VitaBlick“ entwickelt hat. Die Anwendung soll dazu beitragen, mehr Verständnis und Empathie für Menschen mit Demenz zu entwickeln.
„Man startet in einer Seniorenwohnung“, beschreibt der burgenländische Gründer Amadeus Linzer. Nutzer bewegen sich frei in einer virtuellen Umgebung, interagieren mit Gegenständen und erleben Alltagssituationen aus der Perspektive von Menschen mit Demenz. „Man kann herumgehen und mit den eigenen Händen nach den verschiedenen Gegenständen greifen“, so Linzer.
Eine neue Anwendung ermöglicht es, den Alltag von Menschen mit Demenz virtuell zu erleben.
Während der Simulation werden Gedanken der Erkrankten hörbar. „Man hört eine Stimme und erkennt, wie unsicher und verwirrt man als Demenzkranker ist“, erklärt Linzer. Ziel sei es, die Erkrankung nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern erfahrbar zu machen.
Hilfreich in der Ausbildung
Ausgangspunkt für die Entwicklung war die Nachfrage aus Pflegeeinrichtungen, die bereits VR-Anwendungen von „VitaBlick“ für die Bewohner nutzen. Künftig sollen die Geräte auch einen Nutzen für das Personal haben. „Dadurch steigt das Verständnis für die erkrankten Menschen“, sagt Linzer.
SimuDementia: Wie eine VR-Anwendung Demenz erlebbar macht und Verständnis fördert.
- „VitaBlick“
Das Start-up mit burgenländischen Wurzeln ermöglicht Menschen in Altenheimen virtuelle Ausflüge und Reisen mit einer VR-Brille. - „SimuDementia“
Eine neu entwickelte Anwendung, die die Realität eines an Demenz erkrankten Menschen mit einer VR-Brille simuliert. Die Inhalte können an drei verschiedene Stadien der Erkrankung angepasst werden. - 350 Einrichtungen
im deutschsprachigen Raum nutzen die virtuellen Ausflüge und Erlebnisse von „VitaBlick“. Mehr Informationen unter vitablick.com.
„VitaBlick“ hat seine Wurzeln im Burgenland. Die Idee entstand aus persönlichen Erfahrungen: Linzers Großvater Milan Linzer, ehemaliger Abgeordneter des Bundesrates und des EU-Parlaments, war in den letzten Monaten seines Lebens bettlägrig. Daraus entwickelte sich der Ansatz, virtuelle Anwendungen für den Pflegebereich zu schaffen (siehe Fakten). Seit 2019 ist das Unternehmen im deutschsprachigen Raum tätig. In mehr als 350 Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern in Österreich, Deutschland und der Schweiz werden die Anwendungen eingesetzt.
Mit „SimuDementia“ wird das Angebot erweitert. „Ob Pflegekraft, Studentin, Hausarzt oder Angehöriger – wer Demenz erleben kann, begegnet Betroffenen mit mehr Verständnis“, sagt Linzer.
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