Das Golser Spital, der Strom und das Abwasser
Frühestens Ende 2028 erfolgt der Spatenstich fürs Krankenhaus in Gols, fertig wird der Ersatz für das angejahrte Spital in Kittsee nach 2030. Dank Computergrafik kann man sich schon jetzt ein Bild vom künftigen Krankenhaus für den Bezirk Neusiedl am See machen.
Auf dem vom Generalplaner präsentierten virtuellen Bild fehlt der real existierende Strommast beim Kreisverkehr. Hat man die 110-kV-Leitung über dem Weingarten, aus dem ein Bauplatz fürs Krankenhaus wird, vergessen oder schon eine geplante Verlegung der Trasse vorweggenommen?
Wo jetzt Trauben gelesen werden, soll ein Krankenhaus errichtet werden, ob die Stromtrasse bleibt, ist noch nicht entschieden.
„Die Hochspannungsleitung ist den Planern bekannt und wird in den weiteren Planungen bedacht“, heißt es von der Gesundheit Burgenland. Da die Planungen noch nicht abgeschlossen seien, könne die Frage zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantwortet werden. Und: „Eine etwaige Nichtdarstellung in den Renderings hat in diesem Zusammenhang keine Bedeutung“.
Abwasser in See
Das ist nicht die einzige offene Frage rund um den höchst umstrittenen Standort in einem Natura-2000-Gebiet, gegen den Bürgerinitiativen und Umweltschutzorganisationen ankämpfen. Eine niedergelassene Ärztin aus der Region befürchtet, dass künftig Krankenhausabwasser „ohne geplante vierte Reinigungsstufe in den Neusiedler See geleitet werden“.
Die Klinik Gols unterliege „der Anschlussverpflichtung an den öffentlichen Abwasserkanal“ und müsse Abwasser in eine „bewilligte öffentliche Kanalisationsanlage einleiten“, so die Gesundheit Burgenland. Die Klinik werde „einer von vielen Anschlussverpflichteten im kommunalen Einzugsbereich“.
Im Golser Gemeindeamt bestätigt man, dass die mit Mönchhof betriebene Kläranlage ausreichend dimensioniert sei, um auch das Krankenhaus-Abwasser zu reinigen. Die Zuführung des gereinigten Abwassers in den See werde auch jetzt schon „strengstens geprüft“.
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