Chronik | Burgenland
06.09.2018

Cluster und Zusammenlegungen sparen 51 Schuldirektoren ein

Landesschulrat setzt im Burgenland auf Direktoren, die mehrere Pflichtschulen leiten.

13 Uhr, Schulschluss für die rund 300 Kinder der Oberwarter Mittelschule. Seit Montag hat der Unterricht wieder begonnen, auch für die 30 Schüler der Sonderschule Oberwart. Ab diesem Semester sind die beiden Schulen nicht nur im selben Gebäude, sie haben auch den gleichen Direktor. „Wir sind jetzt 110 Mitarbeiter an der Schule“, sagt Direktor Klaus Schermann.

86 Schulen wurden bereits zusammengelegt, sie werden von 35 Direktoren geleitet. Darunter sind auch einzelne Schulcluster, die 14 Bildungseinrichtungen bündeln und vier Direktoren haben. Somit wurden 51 Leiterposten eingespart. Seit dem Schulautonomiepaket können bis zu acht Bildungseinrichtungen in sogenannte Cluster zusammengelegt werden. Die ersten Pilotcluster gibt es in Frauenkirchen, in Lockenhaus sowie in Illmitz und Andau.

„Wenn Direktoren in Pension gehen, schauen wir uns die Situation an“, sagt Bildungsdirektor Heinz Josef Zitz. Dann werde geprüft ob eine Zusammenlegung mit anderen Schulen möglich ist. Auch in Eisenstadt habe man überlegt, die Sonderschule mit der Volksschule oder der Neuen Mittelschule zu verbinden. „Doch hier haben wir sehr viele Kinder, deshalb bleibt die Sonderschule eigenständig“, sagt Zitz. In Güssing gebe es einen Leiter für die Sonderschule und die Neue Mittelschule „und es funktioniert gut“, erklärt Zitz.

Flexibler

„Wir hatten viele kleine Standorte, wo die Lehrer nicht einmal Konferenzen abhalten konnten“, erklärt Erwin Deutsch, Landesschulinspektor für Pflichtschulen. Durch die Zusammenlegung sei ein Austausch unter den Lehrern möglich, und auch bei Krankenständen könne man flexibler sein. „Die Synergieeffekte sind auf jeden Fall da“, sagt Deutsch. Auch finanziell werde bei den Leitergehältern gespart.

Für Schermann seien die Möglichkeiten, die er nun hat, größer: „Ich habe Spezialisten in vielen Fächern.“ Auch die Schüler würden profitieren. „Wir werden gemeinsame Projekte durchführen und zusammenwachsen“, sagt Schermann.