Hoppala bei der Wahl des FPÖ-Klubchefs im Burgenland
Der neue Klubchef der größten Oppositionspartei heißt Christian Ries. Das haben die Freiheitlichen am Mittwoch im Rahmen einer Klubsitzung im Eisenstädter Landhaus beschlossen.
Allerdings erst im zweiten Wahlgang, wie zuerst der ORF Burgenland berichtete. Zunächst stand Sandro Waldmann zur Wahl und wurde mehrheitlich gewählt. Er verzichtete. Denn gegen den gebürtigen Kärntner, der im Mittelburgenland lebt und seit 2025 Abgeordneter ist, wurde wegen des Verdachts auf Körperverletzung ermittelt, nachdem er bei einer Veranstaltung im vergangenen August mit einem anderen Besucher aneinandergeraten sein soll.
Er hat ein Diversionsangebot der Staatsanwaltschaft Eisenstadt angenommen. Warum er überhaupt nominiert wurde, weiß nur die FPÖ. Aus der Partei heißt es zum KURIER, Parteichef Alexander Petschnig, ebenfalls gebürtiger Kärntner, habe ihn vorgeschlagen.
Ries, der in der kommenden Woche 54 wird, war von 2017 bis 2024 im Nationalrat, zunächst auf dem Mandat von Hofer, als dieser Infrastrukturminister in der türkis-blauen Bundesregierung war. Seit der Landtagswahl im Vorjahr ist der Kriminalbeamte aus Rust im Landtag.
Neben Ries hat sich auch noch der aus Wörterberg kommende Mandatar Thomas Grandits beworben. Von den acht Stimmen (Michaela Brandlhofer fehlte krankheitsbedingt) entfielen sechs auf Ries, es gab eine Gegenstimme und eine Enthaltung (von Ries selbst, wie er andeutete: "Ich wähle mich nie selbst")
Ries löst Hofer ab, der in die Privatwirtschaft wechselt. Das ist mit der Funktion eines Klubchefs neuerdings nicht mehr vereinbar - als einfacher Abgeordneter kann Hofer allerdings weitermachen und diese Karte hat der Pinkafelder auch gezogen.
Der neue blaue Klubobmann Christian Ries (li.) mit Parteichef Alexander Petschnig und dem 2. Landtagspräsidenten Johann Tschürtz bei der Pressekonferenz am Mittwoch.
Verpflichtung "aus 34.000Vorzugsstimmen"
Er begründete das mit der Verpflichtung, „die sich aus 34.000 Vorzugsstimmen ergibt“ - als Spitzenkandidat auf der Landesliste und der Wahlkreisliste Oberwart bei der Landtagswahl vor einem Jahr. Mit 23,1 Prozent der Stimmen erzielten die Blauen damals das bisher beste Ergebnis im Burgenland und sind erstmals zweitstärkste Partei hinter der SPÖ.
Ries räumt ein, "in große Fußstapfen zu treten. Norbert Hofer braucht man im Burgenland nicht vorzustellen, er war unser Zugpferd bei der Landtagswahl und hat LH Doskozil herausgefordert", so der neue Klubobmann.
Er will weiter "scharfe Oppositionspolitik" machen. Seine Tätigkeit als Kriminalbeamter wird er so bald als möglich beenden und sich außer Dienst stellen lassen. Ein Rückkehrrecht in den Polizeidienst behält er aber.
Hofer wird zweiter Geschäftsführer bei der Binder Leitl Investment GmbH, die u. a. in Kroatien aktiv ist. Zudem übernimmt der 54-Jährige ab Februar bei der Emerald Horizon AG in Graz die Funktion des Vice President for Strategic Communications.
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