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Wind und Sonne reichen nicht

Die neue Klimabilanz zeigt sinkende Emissionen im Burgenland. Größte Herausforderung bleibt der Verkehr mit 52 Prozent Anteil.
Michael Pekovics
Solarmodule auf einer Wiese mit Bäumen im Hintergrund, dahinter steht ein Windrad vor blauem Himmel.

Das Burgenland kann im Klimaschutz dort Erfolge vorweisen, wo Politik sichtbar handeln kann – und das seit Jahrzehnten auch erfolgreich macht: Windräder, Photovoltaik, erneuerbare Wärme, Heizsysteme. Aber die neue Klimabilanz des Landes zeigt, dass die größte Herausforderung nicht die Produktion von erneuerbarer Energie, sondern die Verringerung der Treibhausgase im Straßenverkehr ist.

Insgesamt sind die Emissionen 2024 auf 1,55 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent gesunken, der niedrigste Wert seit 1990. Der Verkehr verursacht aber weiterhin 52 Prozent davon. Die Landwirtschaft liegt bei 16 Prozent, Gebäude bei 13 Prozent. Damit ist der Verkehr nicht irgendein Sektor, sondern der zentrale Klimafaktor im Burgenland. Das vom Land präsentierte CO2- und Energiebilanz-Tool ist ein Fortschritt. Denn es macht Klimaschutz messbar. Wer Klimaneutralität bis 2040 verspricht, muss auch zeigen können, ob das Land auf Kurs ist.

Mobilität als Schlüsselfrage

Klimapolitik in Kombination mit Verkehr ist aber schwierig. Denn im Burgenland ist das Auto für viele essenziell und Voraussetzung, um zur Arbeit zu kommen, Kinder in die Schule zu bringen – schlicht, um am alltäglichen Leben teilzunehmen. Nicht umsonst ist das Burgenland das unangefochtene Land der Pkw: Rund 700 Pkw kommen auf 1.000 Einwohner – der höchste Wert aller Bundesländer. Gerade deshalb ist es richtig, dass das Land die Öffis mit den Verkehrsbetrieben und dem Anrufsammeltaxi Bast ausbaut.

Am Ende des Tages werden diese Angebote aber auch daran gemessen werden, wie viele Autofahrten sie tatsächlich ersetzen. Denn eines ist klar – so viele Windräder sich im Burgenland auch drehen, so viele Photovoltaikanlagen auf Dächern und Feldern auch Strom liefern: Schlussendlich entscheidet sich die Klimabilanz nicht nur daran, wie Energie erzeugt wird. Sondern vor allem daran, wie sich Menschen fortbewegen.

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