Burgenländisches Gemüse füllt Supermarktregale in ganz Österreich
LK-Präsident Nikolaus Berlakovich (li.) besuchte Patrick Haider in seinem Gemüsebetrieb in Wallern (Bezirk Neusiedl am See).
Der Blick ins Gemüseregal ist auch ein Blick auf die Versorgungssicherheit. Österreichs Konsumentinnen und Konsumenten verbrauchten im Wirtschaftsjahr 2024/25 laut Statistik Austria 117,1 Kilogramm Gemüse pro Kopf. Der Selbstversorgungsgrad lag bei 57 Prozent – Österreich kann also etwas mehr als die Hälfte seines Gemüsebedarfs selbst decken.
Für das Burgenland ist das von besonderer Bedeutung. Trotz seiner Größe zählt es zu den wichtigen Gemüseanbaugebieten Österreichs. Laut Landwirtschaftskammer (LK) werden jährlich rund 62.000 Tonnen Gemüse geerntet, knapp zehn Prozent der österreichischen Produktion. Zu den wichtigsten Kulturen zählen Zwiebeln, Knoblauch, Paprika, Salate, Zuckermais und Paradeiser.
Österreichweit wurden 2025 laut Statistik Austria 726.800 Tonnen Feld- und Gartenbaugemüse geerntet. Die Ernte lag damit neun Prozent über dem Vorjahr und zehn Prozent über dem Fünfjahresmittel.
Gutes Gemüsejahr bisher
Gute Wachstumsbedingungen sorgten insbesondere bei Zwiebeln, Karotten, Hülsenfrüchten und Zuckermais für hohe Erträge. Gleichzeitig bleibt die Importabhängigkeit hoch. Für heimische Produzenten bedeutet das einen schwierigen Wettbewerb mit Importware, die teils unter anderen Bedingungen erzeugt wird. Die Landwirtschaftskammer fordert daher faire Rahmenbedingungen für die regionale Produktion.
Heimisches Gemüse gewinnt wirtschaftlich an Bedeutung.
Auch Konsumenten achten laut einer Motivanalyse der AMA-Marketing verstärkt auf die Herkunft ihrer Lebensmittel. Wichtigstes Kaufkriterium ist Frische, gefolgt von hoher Qualität und Regionalität. Bei den Einkaufsmengen dominieren Gemüsesorten, die auch im Burgenland stark vertreten sind. Laut AMA waren 2025 Tomaten die meistgekaufte Gemüsesorte im Lebensmitteleinzelhandel, gefolgt von Zwiebeln, Karotten, Gurken und Paprika.
Saisonarbeiter überlebenswichtig
Herausforderungen gibt es nicht nur beim Absatz. Energiepreise, Pflanzenschutz und Arbeitskräfte zählen zu den größten Belastungen. Bei Perlinger Gemüse in Wallern arbeiten laut Geschäftsführer Patrick Haider rund 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, etwa ein Drittel davon als Saisonarbeitskräfte.
Für Arbeitskräfte aus Drittstaaten gilt ein Kontingentsystem. Für die Land- und Forstwirtschaft sind 2026 österreichweit 3.496 Plätze vorgesehen, davon 61 im Burgenland. Zwar darf das Kontingent zu Saisonspitzen zeitlich begrenzt überschritten werden, die Arbeitskräftefrage bleibt jedoch ein zentrales Standortthema.
Die Spitzenreiter unter den Gemüsesorten
Die Gemüseproduktionsfläche im Burgenland umfasst laut Landwirtschaftskammer (LK) rund 1.500 Hektar, davon werden etwa 840 Hektar biologisch bewirtschaftet.
Zu den flächenmäßig wichtigsten Kulturen zählen Knoblauch und Zwiebeln mit rund 305 Hektar und einem Ertrag von etwa 8.000 Tonnen. Karotten, Pastinaken und Wurzelpetersilie werden auf rund 126 Hektar angebaut, der Ertrag liegt bei etwa 5.550 Tonnen.
Weitere wichtige Kulturen sind Paprika mit rund 80 Hektar und 6.530 Tonnen, Salate auf etwa 120 Hektar mit 3.500 Tonnen sowie Zuckermais auf rund 120 Hektar mit 2.300 Tonnen Ertrag. Besonders ertragreich ist der Paradeiseranbau: Auf rund 60 Hektar werden 18.000 Tonnen geerntet.
Knoblauch zählt zu den beliebtesten Kulturen.
Ein Beispiel für die Entwicklung des Gemüsebaus im Burgenland ist die Perlinger Gemüse GmbH in Wallern. Geschäftsführer Patrick Haider führt den Familienbetrieb in zweiter Generation. Begonnen hatte der Betrieb mit zwei Hektar Ackerfläche und zehn Folienhäusern.
Heute zählt Perlinger Gemüse zu den größten Handelsbetrieben mit österreichischer Ware und zum größten Gemüseproduzenten Österreichs. Rund 60 regionale Lieferbetriebe arbeiten mit dem Unternehmen zusammen. 98 Prozent der produzierten Ware werden in Österreich vermarktet.Paul Haider
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