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Vor Wechsel an der Aufsichtsratsspitze der Burgenland Energie?

Johann Sereinig, seit sechs Jahren Vorsitzender des Aufsichtsgremiums des Landesenergieversorgers, soll laut KURIER-Informationen das wichtigste Unternehmen der Landesholding verlassen.
Burgenland Energie Zentrale Eisenstadt

In der Burgenland Energie AG, die zu 51 Prozent im Eigentum der Landesholding Burgenland steht (49 Prozent hält die Burgenland Holding AG), läuft es derzeit nicht rund. Erst vor wenigen Tagen war durch KURIER-Recherchen bekannt geworden, dass nach dem Sommer über die Zukunft von Finanzvorstand Reinhard Czerny entschieden wird. 

Anders als der Vertrag des Vorstandsvorsitzenden Stephan Sharma war Czernys Vertrag im Vorjahr vom Aufsichtsrat nicht um die üblichen fünf Jahre verlängert worden, sondern nur für ein Jahr - mit Option auf Verlängerung. Czerny sprach von einer „Spezialregelung“ und zeigte sich optimistisch, bleiben zu können.

Mittlerweile geht es beim Landesenergieversorger, der zuletzt eine Dividende von 12,2 Millionen Euro an die Landesholding abgeliefert hat, aber um eine noch viel gewichtigere Personalie. Aufsichtsratsvorsitzender Johann Sereinig soll laut KURIER-Informationen das Unternehmen im August verlassen. 

Warum der gebürtige Kärntner, der mehr als zwei Jahrzehnte Vorstand der Verbund AG war und davor das Kabinett von Bundeskanzler Franz Vranitzky (SPÖ) geleitet hat, dem Burgenland nach mehr als sechs Jahren den Rücken kehrt, ist offen. Weder Sereinig noch ein Sprecher der Burgenland Energie waren am Donnerstag erreichbar.

Johann Sereinig

Johann Sereinig kam bald nach seiner Karriere beim Verbund ins Burgenland

Wie wichtig die Rolle des Aufsichtsratsvorsitzenden ist, erhellt ein Blick in den Corporate Governance Kodex der Burgenland Energie. Unter anderem hält er „insbesondere mit dem Vorstandsvorsitzenden regelmäßig Kontakt und diskutiert mit ihm die Strategie, die Geschäftsentwicklung und das Risikomanagement des Unternehmens“. Wie man hört, soll Sereinig diesen Aufgaben sehr gewissenhaft nachgekommen sein.

Sereinig folgte Ende März 2020 Hans Peter Rucker nach - dieser hat sich mittlerweile auch als Geschäftsführer der Landesholding verabschiedet. Nach seiner Bestellung als Aufsichtsrat in der Hauptversammlung wurde Sereinig in der darauffolgenden Sitzung des Aufsichtsrats zum Vorsitzenden gewählt.

Wird der Nachfolger oder die Nachfolgerin des Vorsitzenden aus den Reihen des bestehenden Aufsichtsrates gewählt, könnte ein enger Vertrauter von LH Hans Peter Doskozil (SPÖ) gute Karten haben: Johannes Zink, Anwalt des Landes und des Landeshauptmannes. 

Von den zwei Frauen im Gremium, käme wohl nur Judit Havasi, Vorstand der Vienna Insurance Group (Wr. Städtische) in Frage. Dass Anita Malli, frühere Landesgeschäftsführerin der Grünen, Kontrollchefin wird, scheint auch im rot-grünen Burgenland eine allzu kühne Vorstellung.

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