Chronik | Burgenland
05.12.2011

Burgenländerin mit tierischem Job

Seit 2004 ist Rebecca Stessl in der Tierwelt Herberstein tätig. Die Südburgenländerin ist für Affen, Gnus und Zebras verantwortlich.

Rebecca Stessl liebt ihren Beruf. Das sieht, hört und spürt man. Wer kann schon von sich behaupten, gerne auch seine Freizeit am Arbeitsplatz zu verbringen? Die 23-jährige Südburgenländerin, gebürtig aus Welgersdorf, kann.

Schließlich versüßen Siamangs, Varis und Gnus den Tag - die Tierwelt Herberstein in de Steiermark ist ihr Revier, genauer gesagt, von den Elenantilopen bis zum Affenhaus.
Aufgewachsen mit Hund, Katze, Schlange und Fischen, war der Berufswunsch nach einem Praktikum im Jahr 2004 besiegelt. "Die Lehrzeit dauert drei Jahre, man bekommt dabei einen älteren Kollegen zur Seite gestellt", schildert Stessl. Jedes Revier werde während der Ausbildung durchlaufen, auch in der Futterküche müsse man mitanpacken. Zehn Wochen Berufsschule sind in Wien - samt Praxis im Zoo Schönbrunn und im Labor - zu absolvieren.

Respekt

Gerne wird der Frühdienst um 6 Uhr morgens begonnen. "Da ist es noch so schön ruhig", erzählt die 23-Jährige. Die Beziehung zu ihren Zwei- und Vierbeinern sei zwar eine innige, doch das Bild vom ganztägigen Kuscheln, das viele hätten, sei ein völlig falsches.

Zunächst wird ein Kontrollgang absolviert, dann das Frühstück ausgegeben, im Bedarfsfall werden Medikamente verabreicht. "Es ist teilweise auch eine körperlich anstrengende Arbeit", betont Stessl. Fensterputzen und Rasenmähen zählen zu den Aufgaben. Und nach dem Ausmisten würde man oft dementsprechend aussehen. Kurzer Nachsatz - und riechen. Zudem sei die Verantwortung für die anvertrauten Lebewesen eine große.

"Man verdient zwar nicht die Welt, aber ich mag meinen Beruf, daher stört mich das nicht. Man bekommt außerdem so viel zurück, sie erkennen mich mittlerweile alle an der Stimme. Der Respekt ist aber immer da, schließlich sind es wilde Tiere."

Die Gehege sind zwar großzügig angelegt, dennoch gilt es, die animalische Belegschaft zu beschäftigen - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. "Wir präparieren Holzklötze und Schachteln, verstecken darin Rosinen und Würmer. Das bringt Abwechslung und Spaß."
Inzwischen wurde auch der Lebensmittelpunkt in die Nähe des Arbeitsplatzes verlegt, mit angenehmen Begleiterscheinungen. "In der Nacht höre ich die Löwen und Affen brüllen, die Wölfe heulen."