Chronik | Burgenland
28.11.2018

Burgenländer fahren lieber mit dem Auto

Burgenländer legen pro Jahr 52 Millionen Kilometer zu Fuß zurück, fahren aber lieber mit dem Auto - oft auch kurze Strecken.

Das Burgenland ist das Bundesland der Autofahrer. Auf 100 Bürger kommen 61 Pkw, das ist die höchste Autodichte aller Bundesländer. Rund drei Viertel fahren mit dem Pkw zur Arbeit, nur rund 14 Prozent der Alltagswege werden auf den eigenen zwei Beinen zurückgelegt. Kein Wunder, dass das zu Fuß gehen angesichts dieser Zahlen auf der Strecke bleibt.

Das bestätigt auch der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) mit seiner aktuellen Analyse. Obwohl die Burgenländer insgesamt pro Jahr 52 Millionen Kilometer auf zwei Beinen zurücklegen – das entspricht immerhin der Distanz von rund 1300-mal um die Erde –, könnten viel mehr Wege per pedes zurückgelegt werden. „Die durchschnittliche Distanz, die im Burgenland zu Fuß gegangen wird, beträgt 1,2 Kilometer“, sagt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Damit liegt laut den Berechnungen des Verkehrsexperten jede neunte Autofahrt in Gehdistanz.

„Bei kurzen Autofahrten ist der Spritverbrauch pro Kilometer besonders hoch. Wer kurze Strecken, etwa zum Bäcker, geht und nicht mit dem Auto fährt, spart in Summe einiges an Geld, leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und tut zusätzlich auch etwas für seine Gesundheit“, sagt Gratzer.

Verkehrsplanung

Das setzt laut VCÖ natürlich eine andere Verkehrsplanung voraus. So könnten etwa die Gemeinden durch Stärkung der Ortskerne und der Nahversorger sowie einem Stopp der Zersiedelung wesentlich dazu beitragen, dass wieder mehr zu Fuß gegangen wird. „Positiv ist dabei auch, dass dadurch die Leute wieder mehr zum Reden zusammenkommen. Wichtig ist natürlich, dass in den jeweiligen Ortschaften noch ein Nahversorger vorhanden ist“, gibt Grazer zu bedenken.

In diesem Zusammenhang sollte auch bereits bei den jüngsten Bürgern angesetzt werden. „Der Schulweg ist schließlich eine Chance auf eine tägliche Portion gesunder Bewegung“, sagt Gratzer. Laut Pädagogen fördert das die Konzentration in den ersten Schulstunden des Tages. Kinder, die sich bereits am Morgen bewegt haben, sind in der Schule ruhiger, aufnahmefähiger und können sich besser konzentrieren.