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Chronik | Burgenland
07/03/2019

Bürgerinitiative befürchtet massive Erhöhung des Wasserpreises

Neue Bürgerinitiative im Unteren Lafnitztal befürchtet Erhöhung des Wasserpreises in 18 Gemeinden des Südburgenlandes.

Wasser ist im Unteren Lafnitztal reichlich vorhanden, trotz Hitze. Nur der Preis könnte sich bald ändern, befürchtet die neue Bürgerinitiative (BI) „Gerechter Wasserpreis“, gegründet von unabhängigen Gemeinderäten der 18 Mitgliedsgemeinden. Grund ist eine „Strukturreform“, die laut den Verantwortlichen hinter verschlossenen Türen geplant werden soll. „Wir haben mehrmals nachgefragt, aber keine Informationen bekommen. Was wir aber sicher wissen: Der Wasserverband Unteres Lafnitztal will den Wasserpreis anheben“, sagt BI-Sprecher Christian Schaberl.

Wird Wasser teurer?

Wie stark der Preis künftig steigen wird, stehe derzeit noch nicht fest. Schaberl befürchtet aber, dass es sogar zu einer Verdoppelung kommen könnte. Er kritisiert, dass es keine Einsicht in die Gebarung des Verbandes gibt. Auch die Gründe für die geplanten Erhöhungen seien unbekannt. „Durch fadenscheinige Rechtsauslegung verwehrt der Verband jegliche Form der Kontrolle, es gibt keine Transparenz“, kritisiert Schaberl. Ziel der Bürgerinitiative ist auch, mehr Offenheit und Transparenz, außerdem soll die Politik aus dem Verband verbannt werden. „Wir sind dafür, dass sich verstärkt Experten einbringen“, meint Schaberl.

Beim Verband selbst nimmt man die Kritik der Bürgerinitiative zur Kenntnis. „Die Strukturreform ist noch in den Anfängen. Aber es ist der Wunsch von allen 18 Mitgliedsgemeinden, dass ein einheitliches System für alle gestaltet wird“, sagt Eduard Zach, Bürgermeister von Heiligenkreuz und stellvertretender Obmann des Wasserverbandes Unteres Lafnitztal.

 

Einheitliches System

In den Mitgliedsgemeinden gibt es verschiedene Abrechnungsarten und „deshalb auch unterschiedliche Wasserpreise. Die Differenz wird teilweise von den Gemeinden abgedeckt, andere Orte haben aber auch eine höhere Grundgebühr als andere und so weiter“, sagt Zach. Deshalb arbeite man am neuen System, für das bisher aber nur Entwürfe vorliegen. „Wir haben noch nichts fixiert und ob der Wasserpreis für die Bürger höher wird, ist derzeit reine Spekulation“, sagt Zach.

Zum Vorwurf der Intransparenz meint der Vize-Obmann, dass „alle Unterlagen auf den Gemeinden aufliegen, jeder Bürger kann Einsicht nehmen.“ Finanziell stehe der Verband gut da, das Wasserwerk wird derzeit ausgebaut. „Auf ein einheitliches Verrechnungssystem steigen wir nur dann um, wenn alle Gemeinden dafür sind“, sagt Zach. Dann würden sowohl Abrechnung als auch Erhalt der Leitungen beim Verband liegen.

Die Bürgerliste will sich weiter für mehr Transparenz einsetzen und die Handlungen des Verbandes „strikt hinterfragen“. Im Sommer sollen Unterschriften für die Bürgerinitiative gesammelt werden: „Für einen gerechten Wasserpreis“, sagt Schaberl.