Bohmann kauft Bewag-Tochter

Die Bewag trennt sich vom defizitären Kabel-TV-Sender. Käufer Bohmann ist zur Hälfte im Eigentum von Gerhard Milletich.

Die Bewag-Tochter BKF wird an die Wiener Bohmann-Verlagsgruppe verkauft. Es gibt eine Standort-Garantie für die Sendezentrale in Eisenstadt, ob die rund 15 Mitarbeiter bleiben, ist offen. "Am Donnerstag sollen die Verträge unterzeichnet werden", bestätigte Bohmann-Hälfteeigentümer Gerhard Milletich im Gespräch mit dem KURIER.

Bewag-Vorstand Michael Gerbavsits sagte am Mittwochnachmittag, "wenn nichts mehr dazwischen kommt, wird es so sein." Land und Burgenland Holding als Bewag-Eigentümer wollen, dass der Energiekonzern alles verkauft, was nicht zum Kerngeschäft gehört.

Start 2012

Inhaltlich will Milletich, der auch Obmann des Ostliga-Vereins SC/ESV Parndorf und aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge von Fußballpräsident Karl Kaplan an der Spitze des BFV im März kommenden Jahres ist, noch nicht viel sagen, denn: Man müsse nach der Vertragsunterzeichnung noch die Genehmigungen durch die Bewag-Gremien und die Rundfunkbehörde abwarten.

Milletich rechnet mit einem operativen Start am 1. Jänner 2012. Das Programm soll dann jedenfalls nicht nur über Kabel, sondern auch via Satellit empfangbar sein. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Das BKF machte jährlich einen Verlust von rund einer Million Euro. Bohmann, nach Eigendefinition "führender Fachinformationskonzern Österreichs", verlegt in Print und Online mehr als 80 Fachpublikationen (Österreichische Feuerwehr bis Austria Innovativ) im In- und Ausland.

Nach dem Erwerb einer regionalen Fernsehlizenz war seit Jahresbeginn klar, dass der Verlag auch ins TV-Geschäft einsteigen will.
Am Nationalfeiertag startete dann Bohmanns "Schau TV" zunächst mit eingeschränktem Sendebetrieb. "Schau TV" zielt auf Wien, Niederösterreich und das Burgenland ab, will aber längerfristig einen vollwertigen Sender für die mitteleuropäische Centrope-Region betreiben, in dem auch in den Muttersprachen der österreichischen Nachbarländer TV gemacht wird. In diesem Zusammenhang könnte die BKF-Sendezentrale eine tragende Rolle spielen.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011