Blue Chip: Alle warten auf Masseverwalter

In Güssing wurden Elemente mit hohem Wirkungsgrad erzeugt.
Foto: KURIER/Pittner

Die Zukunft des Fotovoltaik-Herstellers Blue Chip in Güssing ist weiter offen. Die nächsten Wochen sollen Klarheit bringen.

Der Insolvenzantrag der Firma Blue Chip wurde zur Verbesserung am Montag an das Unternehmen retourniert." Das erklärte der Pressesprecher des Landesgerichtes Eisenstadt, Bernard Kolonovits. Grund dafür sei, dass Angaben nicht vollständig ausgefüllt wurden. Damit könnte sich die Bestellung eines Masseverwalters verzögern.

Wie berichtet, ist das Unternehmen in Güssing insolvent. Der Betrieb erzeugte Elemente für Fotovoltaikanlagen, sogenannte Wafer. Zuletzt waren hier 110 Mitarbeiter beschäftigt. Die Produktion ist eingestellt. Laut Kreditschutzverband von 1870 betragen die Passiva des Unternehmens 78 Millionen Euro. Blue Chip will den rund 200 Gläubigern eine Sanierungsplanquote von 20 Prozent anbieten. Dazu stellt der KSV fest: "Grundsätzlich ist zu begrüßen, dass das Unternehmen einen Sanierungsplan anstrebt. Allerdings werden die nun einzuleitenden Überprüfungen erst zeigen, zu welchen Bedingungen den Gläubigern die Annahme eines derartigen Zahlungsvorschlages empfohlen werden kann."

Insider sehen eine der Ursachen für die Insolvenz von Blue Chip im starken Engagement in Italien. Dort sind mehrere Großprojekte wegen der Wirtschaftskrise eingefroren worden.
Andreas Horvath von der Gewerkschaft ProGe: "Wir warten jetzt auf den Insolvenzverwalter. Bei der Betriebsversammlung am 5. August sollten die Dinge schon klarer sein." Die Beschäftigten hätten bis auf das Juli-Gehalt ihre Bezüge bekommen.

Interesse

Blue Chip erzeugte Fotovoltaikmodule mit einem sehr hohen Wirkungsgrad. Daher dürfte das Interesse an dem Know-how des Unternehmens durchaus vorhanden sein.
Erste lose Kontakte zu möglichen Interessenten bestätigt man bei der WiBAG. Allerdings sei es noch viel zu früh etwas Konkretes sagen zu können. Vorerst gehe es einmal darum, dass vom Gericht ein Masseverwalter bestellt wird, der den Status des Unternehmens bewerten muss. Frühestens in zwei Wochen werde man Genaueres wissen.

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(kurier) Erstellt am
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