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Chronik Burgenland
09/25/2018

Billig wohnen, aber teuer verkaufen

Immobilien.Wohnungen sind halb so teuer wie im Bundesschnitt / Verkaufswert hat sich in fünf Jahren verdreifacht

von Michael Pekovics

Der burgenländische Immobilienmarkt ist überschaubar, zweigeteilt – und dynamisch. Letzteres gilt zumindest für die Bezirke Neusiedl am See, Eisenstadt und Mattersburg. Denn wie der aktuelle „RE/MAX Austria ImmoSpiegel“ zeigt, wurden im ersten Halbjahr 2018 im Burgenland insgesamt 316 Wohnungskäufe bzw. -verkäufe getätigt – der Großteil davon in der Region Eisenstadt-Umgebung (134). Neusiedl am See liegt mit 84 Transaktionen dahinter, Mattersburg (37), Oberwart (26), Güssing (15), Jennersdorf (12) und Oberpullendorf (8) sind weit abgeschlagen.

Der Durchschnittspreis liegt mit rund 107.000 Euro gleich 46 Prozent unter dem Bundesschnitt. „Der Markt für Wohnungen im Burgenland ist zwar klein, aber transparent und die Nachfrage nach Wohnungen im günstigen Segment durchaus gegeben“, sagt Daniela Weiss von RE/MAX. Am stärksten werden Wohnungen unter 100.000 Euro mit günstigen Betriebskosten nachgefragt.

„Schnäppchen“

Ein genauerer Blick auf die Zahlen zeigt, dass der Gesamtwert der im Burgenland verkauften Wohnungen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 zwar um 10,5 Prozent gesunken ist. Im Vergleich zu den Preisen vor fünf Jahren hat sich der Gesamtwert aller verkauften Wohnungen allerdings verdreifacht.

Aktuell liegen die Preise für eine Wohnung rund um Eisenstadt im Schnitt bei 112.363 Euro, in Oberwart bei 86.581 Euro. Ein interessantes Detail: Ein Viertel aller burgenländischen Wohnungen kostete weniger als 81.849 Euro, damit aber um 16,9 Prozent mehr als 2017. „Die Wohnungen in der burgenländischen Mittelpreis-Lage gehen in anderen Bundesländern noch als Schnäppchen durch“, sagt Weiss.

Die steigende Nachfrage vor allem im Nordburgenland hat natürlich Auswirkungen auf die Preise. „Im Vergleich zu vor zehn Jahren sind Wohnungen heute doppelt so teuer“, sagt Günter Buchinger, Geschäftsführer der Eisenstädter IVB-Immobilienvermarktung und Bauträger GmbH. Angetrieben wird diese Entwicklung von den nach wie vor niedrigen Zinsen, was natürlich größeres Interesse von Anlegern zur Folge hat: „In Eisenstadt gibt es kaum Wohnungen, die am Markt sind und einen Käufer suchen. Wer nicht muss, verkauft nicht. Was am Markt ist, ist schnell weg“, sagt Buchinger.

Billige Mieten im Land

Wer nur eine Mietwohnung sucht, wird laut Buchinger „zeitnah“ fündig. Für Mieter ist das Burgenland Österreichs günstigstes Pflaster. Im Schnitt kostet eine Mietwohnung mit einer Größe von 80 Quadratmetern 663 Euro pro Monat – im Vergleich zu Wien (1141 Euro) also etwas mehr als die Hälfte.

Insgesamt 526 burgenländische Mietwohnungen werden derzeit auf der Plattform willhaben.at angeboten, davon 91 in Eisenstadt. „Wenn wir eine freie Wohnung in der Landeshauptstadt ins Internet stellen, dann ist sie in zwei, drei Stunden weg“, sagt OSG-Obmann Alfred Kollar (Oberwarter Siedlungsgenossenschaft). Rund 30 Prozent der Stadtbevölkerung wohnen bei der OSG, in Summe rund 4500 Bürger – und es werden mehr. „Demnächst übergeben wir 33 Wohnungen in der Bürgerspitalgasse, heute starten wir mit dem Projekt Zu- und Umbau der ehemaligen Sozialversicherungsanstalt der Bauern, wo wieder 44 neue Einheiten entstehen“, sagt Kollar. Rund die Hälfte davon ist bereits vor dem Baustart vergeben.

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