Chronik | Burgenland
05.12.2011

Bernsteins Ortschefin: "Keine Quotenfrau"

Die neue Bürgermeisterin Renate Habetler sieht ihr Amt als logische Folge ihres Engagements in der Gemeinde und der SPÖ.

Mir ist wichtig, dass sich unsere Bevölkerung in der Gemeinde und in den Ortsteilen wohlfühlt. Das ist für mich das Entscheidende." Das sagt Bernsteins neue Bürgermeisterin Renate Habetler, SPÖ, die am Samstag vom Gemeinderat mit 12:9 Stimmen bei einer Enthaltung, gewählt worden ist - der KURIER hat berichtet.

Zum Wohlfühlen gehört für Habetler auch die Bewegung. Seit einigen Jahren leitet sie in Bernstein eine Nordic Walking Gruppe und möchte das auch weiter machen: "Drei Mal in der Woche treffen wir uns und marschieren dann eine Stunde", erklärt die verheiratete Mutter zweier Kinder, die Ernährungswissenschaften und Geschichte studiert hat.

Seit 2002 gehört sie dem Gemeinderat an, ist in der SP-Frauenbewegung sehr aktiv und war ab 2007 2. Vizebürgermeisterin von Bernstein. Dass sie jetzt das Bürgermeisteramt übernahm, sei für sie eine logische Entwicklung gewesen: "Ich habe mich dazu bereit erklärt, also war es normal, dass ich das Amt auch übernommen habe."

Erste im Bezirk

Renate Habetler ist die erste Bürgermeisterin im Bezirk Oberwart. Sie sieht sich aber keineswegs als Quotenfrau: "Ich mache meine Arbeit wie jeder oder jede andere." Natürlich würde sie sich wünschen, wenn es mehr Bürgermeisterinnen gäbe. Aber das sei letztlich wohl nur eine Frage der Zeit.

Was Bernstein und die Ortsteile Rettenbach, Stuben, Dreihütten und Redlschlag betrifft, möchte Habetler die Arbeit ihres Vorgängers Robert Marth fortsetzen. So will sie verstärkt auf die Schaffung von Wohnraum drängen, um junge Menschen im Ort halten zu können. Denn wie viele südburgenländischen Gemeinden muss sich auch Bernstein mit der Abwanderung herumschlagen.

Gemeinsam mit ihrem Mann betreibt Habetler einen der ältesten Serpentin-Betriebe in Bernstein und ärgert sich manchmal über Touristen, die in Bernstein Bernstein kaufen wollen: "Wir sind die Gemeinde des Edelserpentins", stellt sie unmissverständlich klar. Deshalb bietet sie auch immer wieder Kurse für Kinder, um die historischen Hintergründe des Ortes, vor allem die Edelserpentinverarbeitung, ins Bewusstsein zu bringen.