Bekommt erstmals Frau Spitzenposten bei Polizei?
Seit sich Generalmajor Werner Fasching Ende März nach 46 Dienstjahren bei der Polizei in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet hat, ist die Leitung des Geschäftsbereiches A (Strategie und Einsatz) und die damit verbundene Stellvertretung des Landespolizeidirektors unbesetzt.
Die Bewerbungsfrist für die Nachfolge Faschings endete bereits am 10. Februar, jetzt ist eine Vorentscheidung gefallen. Am Donnerstag hat das Innenministerium auf seiner Homepage die Entscheidung der fünfköpfigen Begutachtungskommission veröffentlicht. Neben zwei Vertretern des Dienstgebers waren dort auch zwei Personalvertreter (ein Christgewerkschafter und einer von der SPÖ) und ein Mitglied der Arbeitsgruppe für Gleichbehandlung stimmberechtigt.
Von den fünf Bewerbern für den Posten des Vizepolizeidirektors wurden demnach eine Frau und zwei Männer als „in höchstem Ausmaß geeignet“ eingestuft. Ein weiterer Kandidat wurde mit „in hohem Ausmaß geeignet“ bewertet. Den letzten Mann hielt die Kommission nur „in geringerem Ausmaß geeignet“.
Von den drei Bestgereihten kommt nur die Frau aus der Landespolizeidirektion. Einer der männlichen Bewerber ist dem Vernehmen nach auch Burgenländer, arbeitet derzeit aber im Innenministerium, der andere kommt aus einem anderen Bundesland und war bei der Cobra. Die weniger gut eingestuften Bewerber sind Mitarbeiter der Landespolizeidirektion.
Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) bestellt den stellvertretenden Landespolizeidirektor „nach Anhörung“ von LH Hans Peter Doskozil, heißt es im Sicherheitspolizeigesetz.
Nach dem Bundesgleichbehandlungsgesetz werden Bewerberinnen, die gleich geeignet sind wie der bestgeeignete Bewerber, bei der Betrauung mit der Funktion bevorzugt. Das heißt aber nicht, dass das Rennen für die Frau schon gelaufen ist, sagt ein Insider.
Die Positionen von Landespolizeidirektor Martin Huber und seines zweiten Stellvertreters Christian Wukitsch sind von der Neubesetzung nicht betroffen.
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