© Roland Pittner

Chronik Burgenland
09/28/2012

Behörde will Fall Marilyn analysieren

Die zwei Monate alte Marilyn soll über Wochen schwer misshandelt worden sein. Die Eltern bleiben in U-Haft. Das Jugendamt weist die Vorwürfe zurück.

Im Fall der zwei Monate alten Marilyn U. sind nun die Behörden am Zug. Wie berichtet, soll das kleine Mädchen von ihren Eltern über mehrere Wochen schwer misshandelt worden sein. Die Vorfälle sollen sich in der Wohnung der jungen Mutter in Limbach, Bezirk Güssing, ereignet haben. Die Kleine befindet sich  nach wie vor  im Grazer LKH auf der Intensivstation. Die Eltern, 22 und 25 Jahre alt, sitzen in U-Haft. Sie bestreiten die Tat.

"Es ist nichts übersehen worden", betonte Elvira Waniek-Kain, die Leiterin der Sozialabteilung des Landes. Mehrmals in der Woche ist die Familie von zwei Familienintensivbetreuern besucht worden, zudem gab es regelmäßig Kontakt mit einer Sozialarbeiterin der Jugendwohlfahrt Güssing – dennoch sind niemandem die schweren Verletzungen des zwei Monate alten Babys aufgefallen. Und selbst wenn das Mädchen geweint habe, sei im Beisein der Betreuerinnen adäquat darauf reagiert worden.

Obsorge  

Der Fall wird nun analysiert. "Wir werden daraus lernen, wenn es etwas zu lernen gibt", sagte die Leiterin der Sozialabteilung. "Egal wie eng man das Netz knüpft, es wird nie möglich sein, so etwas zu verhindern."

"Wenn das Kind aus dem Spital entlassen wird, werden wir eine adäquate Unterbringung für sie finden", erklärt Bettina Horvath, leitende Sozialarbeiterin des Landes im KURIER-Gespräch. Der 15 Monate alte Sohn Travis, bei ihm wurden keine Misshandlungen diagnostiziert, ist bereits bei einer Krisenpflegefamilie untergebracht. Es werde aber auch im Familienverband nach geeigneten Personen gesucht, die die Obsorge übernehmen könnten. Nach Möglichkeit sollen die Geschwister nicht getrennt werden. "Im Vordergrund steht in jedem Fall das Wohl der Kinder", sagt Horvath.

Ob es jemals wieder Kontakt zu den leiblichen Eltern geben wird, könne man noch nicht sagen. "Bei so schweren Misshandlungen müssen die Kinder gut auf ein Treffen vorbereitet werden", sagt die Sozialarbeiterin. Sollte eine Therapie notwendig werden, werde es diese für Marilyn und Travis auf jeden Fall geben.

"Eine Prognose abzugeben, wie Kinder solche Misshandlungen verarbeiten, wäre reine Kaffeesudleserei", betont Jugendanwalt Christian Reumann.

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Hintergrund

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.