Behinderten ihren Parkplatz überlassen

© Bild: Roland PittnerRoland Pittner

Der Zivil-Invalidenverband war mit seiner Behindertenparkplatz-Aktion am dritten Adventssamstag in Eisenstadt und Oberwart zu Gast. Parken ohne Ausweis ist kein Kavaliersdelikt.

Weihnachtsstress, die Massen strömen in die Einkaufszentren – die Bilder in Oberwart und Eisenstadt gleichen sich fast. Leere Parkplätze sind jedenfalls rar. Im Einkaufszentrum Oberwart (EO) sollten 15 Parkplätze reserviert sein. Oft sind auch diese Autoabstellplätze für Behinderte nicht frei, weil sie von unbeeinträchtigten Lenkern besetzt sind.

Deshalb hat der Österreichische Zivil-Invalidenverband ÖZIV, gemeinsam mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit und dem Innenministerium zu einer Informationskampagne aufgerufen. „Unser Motto ist: Du stehst mir im Weg – Wenn Sie schon meinen Parkplatz nehmen, nehmen Sie auch meine Behinderung“, sagt Hans-Jürgen Gross, Präsident des ÖZIV Burgenland, am dritten Adventssamstag im EO.

Die rund 3,60 Meter breiten Parkflächen seien wichtig, damit Leute im Rollstuhl überhaupt aus ihren Fahrzeug aussteigen können. Auch die Entfernungen zu den Geschäften seien oft ein Problem. „Für viele die gehbehindert sind, sind auch schon 300 Meter eine weite Strecke“, sagt Gross. Das Verstellen eines Behindertenparkplatzes „ist kein Kavaliersdelikt“, vor allem im Burgenland werde es aber so gesehen, weil es kaum Konsequenzen gibt. „In Wien überlegt man es sich zwei Mal, ob man riskiert abgeschleppt zu werden. Im Burgenland zahlt man etwa 20 Euro Strafe und das wars“, sagt Gross.

 

Ausweis

Wenn jemand den Ausweis bekommen hat, benötigt er auch unbedingt den Parkplatz. Unrechtmäßig sei ein Behindertenausweis nicht zu bekommen. „Die Leute müssen sich vielen Untersuchungen unterziehen und dann besteht noch die Gefahr, dass sie den Führerschein gleich ganz verlieren, weil sie als fahruntüchtig eingestuft werden“, weiß Gross.

Im EO halten die Autofahrer die Behindertenplätze frei, auch weil zwei Mitarbeiter sie darauf hinweisen. „Die Polizei wollten wir bei unserer Aktion nicht vor Ort haben, die hätten gleich Strafen ausstellen müssen“, sagt Gross. Die Leute sollen ohne Geldbuße darauf aufmerksam gemacht werden.

( Kurier ) Erstellt am 18.12.2011