Die Mobilen Palliativteams besuchen ihre Klienten zu Hause oder im Altenheim halten sie schmerzfrei und betreuen sie bis zum Ende

© dpa-Zentralbild/Jens Wolf

Burgenland
11/03/2014

Begleiter auf dem letzten Weg

Das Mobile Palliativteam der Caritas begleitet sterbenskranke Menschen und ihre Angehörigen

von Roland Pittner

„Manchmal reicht es schon, wenn man die Leute fragt, wie es Ihnen geht“, sagt Daniela Hodosi. Es braucht oft nicht viele Worte, wenn Hodosi und ihre Kollegen vom mobilen Palliativ-Team der Caritas zu ihren Klienten fahren. Eins hat die Klientel der ausgebildeten Palliativschwestern und der ehrenamtlichen Mitarbeiter gemeinsam – der Tod ist oft nur mehr eine Frage der Zeit.

Teams

Sieben Pflegekräfte, zwei Mediziner ein Seelsorger und 55 ehrenamtliche Helfer arbeiten im Team der Caritas in den Bezirken Jennersdorf und Güssing. Angehörige oder Kranke melden sich beim Palliativteam wenn Bedarf besteht. Dann wird besprochen was nötig ist, ob Schmerztherapie, Symptomkontrolle oder Palliativpflege. Die Freiwilligen ergänzen vor allem die Arbeit im zwischenmenschlichen Bereich, wo den Fachkräften die Zeit fehlt.

Willibald Jandrisits ist einer, der in seiner Freizeit Menschen auf dem letzten Abschnitt ihres Lebens begleitet. „In der Ausbildung erfährt man viel über sich selbst und wie man mit dem Tod umgeht“, sagt Jandrisits. Für die Sterbenskranken sind die Helfer oft Ansprechpartner. „Viele wollen ihre engsten Angehörigen nicht belasten, deshalb können sie sich uns als Aussenstehenden anvertrauen“, sagt Jandrisits. Außerdem kümmern sich die Mitarbeiter darum, die Menschen aus dem Krankenhaus zu holen, damit sie in den eigenen vier Wänden ihren letzten Weg antreten können. Viele wollen die Familie um sich haben. „Oft lassen die Leute erst vom Leben los, wenn die Angehörigen aus dem Raum sind“, weiß Hodosi aus Erfahrung.

Betreut werden nicht nur alte Leute, sondern immer mehr junge. „Jeder Betroffene stirbt schwer und es trifft uns. Wenn es alte Menschen sind, ist der Tod im Plan, bei Jungen ist es eine Ausnahme“, sagt Jandrisits. Auch Hodosi hat diese Erfahrung gemacht und ist an ihre Grenzen gestoßen, wie sie sagt. „Neun Monate lang habe ich eine Sechsjährige und ihre Familie begleitet“, sagt die Palliativschwester.
Begräbnisse gehören zum Alltag der Betreuer. „Wir gehen zu jeder Trauerfeier und begleiten auch die Angehörigen durch den Trauerprozess“, sagt Hodosi.

Grenzen

Das Team besteht seit 2006, für die Mitarbeiter ist es nicht immer einfach, mit dem Tod umzugehen. Trotzdem sei es eine erfüllende Arbeit, da sind sich Jandrisits und Hodosi einig. „Wenn man aus dem Haus rausgeht und weiß, ich habe durch meine Anwesenheit der Familie und den Betroffenen geholfen, ist das ein gutes Gefühl.“

Von der Diskussion über die aktive Sterbehilfe hält die Krankenschwester nichts. Bei einer flächendeckenden Versorgung mit Palliativteams und Hospizangeboten, würde sich die Frage danach gar nicht stellen. Im Burgenland sei man gut aufgestellt mit vier Mobilen Palliativteams und vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern. „Die Leute wollen selbstlos sagen, ich bin da und helfe“, sagt Jandrisits. Deshalb seien die Ausbildungskurse für die freiwilligen Helfer oft ausgebucht. „Ich hoffe, wenn es bei mir einmal so weit ist, dass auch ich diese Hilfe erfahren darf“, sagt Hodosi.

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