© Roland Pittner

Bahnstrecke
10/29/2012

Investitionen trotz Schließung

Die ÖBB sanierten vor Kurzem Schienen im Raum Oberwart. ProBahn Aktivisten kritisieren: "Hier wird Geld verbrannt."

von Roland Pittner

Schwellen und Schienen wurden ausgetauscht und die Oberwarter Bahnlinie saniert. Doch wie berichtet soll nach dem Aus für den Personenverkehr, mit 31.12.2012 auch der Güterverkehr auf der Strecke Oberwart-Friedberg eingestellt werden. Da sorgten die Bauarbeiten nicht nur bei der Initiative ProBahn für  Verwunderung. Auch viele Oberwarter  würden die Sanierung nicht verstehen.  "Bei meinen Hausbesuchen fragen mich sehr viele Oberwarter, warum eine solche Geldverschwendung stattfinden kann. Das ist auch für mich unerklärlich. Ich sage Ja zu Investitionen in eine leistungsfähige Bahn – aber bitte zielgerichtet. Schließlich geht es um unser Steuergeld", erklärt VP-Vizebürgermeister Georg Rosner.

Ohne Perspektive

An der von der Auflassung bedrohten Bahnstrecke würden  Unsummen in kosmetische Maßnahmen investiert – ohne langfristige Perspektive, wettern die Bahnfreunde. Sie sehen viele negative Auswirkungen auf die  Region: Etwa eine durch das Parkpickerl verstärkte Hauptwohnsitz-Flucht nach Wien mangels Bahn-Angebot für Pendler  oder den Verlust von Arbeitsplätzen beim Betonwerk Kölbl in Rechnitz.

Die ÖBB argumentieren mit einer Routinemaßnahme. Die aktuellen Arbeiten im Bereich Oberwart dienen zur Instandhaltung. "Schienen und Schwellenteile, die am Ende ihrer betrieblichen Nutzungsdauer sind, werden getauscht", heißt es von den ÖBB. Es sei eine nach wie vor in Betrieb befindliche Anlage  und die Arbeiten seien notwendig,  um den sicheren Bahntransport aufrecht zu erhalten. Zu den Kosten gab es kein Statement.

 "Bei den ÖBB weiß die eine Hand nicht was die andere tut", erklärt ProBahn-Sprecher Dietrich Wertz, der in der Vorgangsweise eine alte "Strategie" der Bundesbahnen sieht: "Das Angebot wird nicht besonders kundenfreundlich gestaltet. Auf die folgende geringe Auslastung wird nicht angemessen reagiert. In den Jahren vor der Schließung werden dann noch Millionen in die Strecke investiert. So kann der  Staatskonzern  argumentieren, dass die Kosten in keinem Verhältnis zum Ertrag stünden."

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