"Bahngipfel" zwischen Doskozil und Hofer in Aussicht

Demo in Wulkaprodersdorf…
Foto: /Orovits Thomas Demo in Wulkaprodersdorf

Wulkaprodersdorf.Land und Eisenstadt wollen mit Gegnern des ÖBB-Projekts sprechen, betonen aber Nicht-Zuständigkeit.

Nach der Demonstration gegen die Eisenbahnschleife Eisenstadt auf Wulkaprodersdorfer Grund am Montagnachmittag – die Polizei sprach von 300 Teilnehmern, die Veranstalter von 400 –, plant die örtliche Bürgerinitiative (BI) gegen das ÖBB-Projekt schon die nächsten Schritte. Man werde im Infrastrukturministerium "dringend um eine Reaktion auf unseren Brief an Minister (Norbert, Anm.) Hofer ersuchen", teilte BI-Sprecher Richard Hermann noch am Montagabend mit. Und man wolle "auch bei den Verantwortlichen im Land und der Stadt Eisenstadt um eine Vorsprache ansuchen".

Wie berichtet, befürchtet die BI durch die 2,4 Kilometer lange Schleife samt Kreisverkehr und Park&Ride die Zerstörung von Ackerland und weitere Verkehrsbelastung für die ohnehin schon durch A 3-Zubringer, B16 und B50 eingekeilte Gemeinde. Das Land kümmere sich nicht um die Sorgen, hatte es bei der Demo geheißen und auch Kritik an Eisenstadt wurde laut. Warum solle man für die Direktverbindung von Eisenstadt nach Wien "die Krot fressen"?

Was sagen Bund, Land und Landeshauptstadt dazu?

Reaktionen

Von Landesseite wird daran erinnert, dass es sich um ein Projekt von ÖBB und Bund handle. (Allerdings würde das Land 20 Prozent der Kosten von rund 20 Millionen Euro übernehmen und das Projekt ist auch Teil der noch von der rot-schwarzen Landesregierung beschlossenen Gesamtverkehrsstrategie).

Das Land habe zwar im Gegensatz zur Gemeinde keine Parteienstellung, sei aber "natürlich an einer gütlichen Lösung interessiert". Wie man hört, soll sich der neue Landesrat Hans Peter Doskozil auch um diese Causa kümmern, er werde das Gespräch mit Minister Hofer suchen.

"Selbstverständlich" sei er zu einem Gespräch mit der Bürgerinitiative bereit, sagt auch Eisenstadts Bürgermeister Thomas Steiner. Die Trasse sei aber "von Bund und Land festgelegt" worden. Was sagt er zum Alternativvorschlag der BI, den Eisenstädter Stadtbus zum Bahnhof Müllendorf zu verlängern und auf die Schleife zu verzichten: "Wer zahlt das?".

Aus dem Ministerium gab es zunächst keine Antwort.

(kurier) Erstellt am
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