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Chronik Burgenland Aus Ihrer Region
01/28/2020

Spitzensport mit Matura in Oberschützen

Das Burgenländische Schule und Sport Modell Oberschützen bringt Leistungssportler – wie Speerwurf-Staatsmeister Adam Wiener – hervor.

von Stefan Jedlicka

Wiener ist nur ein erfolgreicher Absolvent der seit über zwanzig Jahren existierenden Einrichtung. Das „Burgenländische Schule & Sport Modell Oberschützen“ (bssm) unterstützt Verbände und Vereine des Landes in der Ausbildung jugendlicher Leistungssportler. Ziel sei das Heranführen an internationales Leistungsniveau, sagt Sportkoordinator Johann Szabo. „Grundlagen dafür sind professionelle Fördermaßnahmen, die neben einem gezielten Athletiktraining als Herzstück zusätzliche Bausteine wie Sportpsychologie, Sportmedizin, Ernährung und Regeneration beinhalten.“

Spezieller Schulzweig

Man wolle Jugendlichen die Realisierung ihres sportlichen Traums ermöglichen, dafür sei jedoch viel Zeit und Einsatz nötig. Um das umfangreiche Pensum in hoher Qualität zu gewährleisten, besuchen die jungen Athleten den speziellen Schulzweig eines BORG für Leistungssportler. Dieses Angebot nützen derzeit 16 Mädchen und 63 Burschen aus 10 Sportarten – Basketball, Fußball, Judo, Motorsport, Leichtathletik, Reiten, Tanzsport (Hip-Hop, Breakdance), Mountainbike, Tennis und Volleyball. 18 dieser Athleten gehören nationalen Kadern an. Bisher haben 17 Jahrgänge mit insgesamt 205 Maturanten in Oberschützen abgeschlossen.

Wissenschaftlich

Gearbeitet wird nach wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen, betont Szabo: „Im Vormittagstraining werden dreimal pro Woche die athletischen Fähigkeiten verbessert und die Belastungsverträglichkeit für Leistungstraining und Wettkampf entwickelt.“ Mit drei weiteren Sportwissenschaftlern plant und leitet er dieses Training in Abstimmung mit den zuständigen Trainern in den Vereinen. „Diese können sich dadurch gezielter auf die fachspezifische Ausbildung konzentrieren“, sagt Szabo.

So ist etwa im Fußball-Bereich die Fußballakademie Burgenland ein Partner des bssm, im Basketball sind es die Oberwart Gunners und die Jennersdorf Blackbirds, im Volleyball die Wild Volleys Oberschützen. In der Leichtathletik wird mit dem ATS Pinkafeld zusammengearbeitet, im Motorsport mit dem MCV Oberdorf, im Reitsport mit dem Reit- und Therapiezentrum Bad Tatzmannsdorf und dem Reitclub Leithenwald. Darüber hinaus gibt es im Judo (Judoclub Grafendorf), Radsport (TSV Hartberg), Tanzsport (Dance Austria Hartberg) und Tennis (TC Edlitz) auch über das Bundesland hinausgehende Zusammenarbeit.

Sportpsychologie

Wichtiger Faktor in der Vorbereitung auf Spitzenleistungen sei sportpsychologische Unterstützung. In Abstimmung mit dem Österreichischen Bundesnetzwerk Sportpsychologie arbeiten zwei Expertinnen, Christina Lechner und Karin Leonhardt, mit den Jugendlichen, um ihnen das mentale Rüstzeug für den sportlichen Alltag und die Wettkämpfe zu geben.

Medizinische Betreuung wird durch Sportarzt Martin Ivanschitz gewährleistet. Einen wichtigen Baustein im Betreuungs- und Fördersystem bildet aber auch die Ernährungsberatung. Vorträge und Workshops mit den Athleten und Eltern gibt es zu Themen wie sportgerechter Ernährung, Sportgetränken sowie Konsumverhalten bezüglich Fast Food oder Energydrinks.

Um Verletzungen und Übertraining vorzubeugen, sorgt man für Regeneration. Dazu kann das Avita Resort in Bad Tatzmannsdorf genutzt werden.

Österreichweit steht das bssm nicht alleine dar. 17 weitere Standorte werden als Nachwuchsmodelle des Sportministeriums geführt. Neben der Auswahl sportlicher Talente, der Ausbildung und der Entwicklung ihrer Persönlichkeit, wuchs das bssm zu einem österreichischen Knotenpunkt in Sachen Nachwuchsleistungssport.

Über 200 Meistertitel

Man kooperiert mit Bundes- und Landesverbänden und Vereinen. Über 50 Athleten aus zwölf verschiedenen Sportarten wurden in Nachwuchsnationalteams einberufen. Insgesamt errangen sie weit über 200 Österreichische Nachwuchsmeistertitel.

Finanziert wird das Modell vom Land Burgenland, vom Sportministerium, der Gemeinde Oberschützen, von Mitgliedsbeiträgen und von Sponsoren. Die schulische Betreuung der Jugendlichen zwischen 14 und 19 Jahren übernimmt ein Ausbildungskoordinator, der für die Abstimmung der sportlichen Belastung mit den schulischen Anforderungen zuständig ist. Dazu kann er etwa Schüler vom Unterricht aus sportlichen Gründen freistellen lassen, oder sie mit Förderunterricht unterstützen.

Marc Kerschbaumer, geschäftsführender Obmann des bssm, ist stolz: „Durch die österreichweite Vernetzung stehen wir in ständigem Austausch mit weiteren renommierten Nachwuchsleistungssportmodellen wie Stams, Schladming oder der Südstadt. Dadurch wird die stetige Weiterentwicklung garantiert.“ Und Sportlandesrat Christian Illedits, Präsident des bssm, sagt: „Die Jugendlichen haben die Möglichkeit, sportlich in die Weltspitze zu gelangen und erhalten gleichzeitig mit einer schulischen Ausbildung eine gute soziale Absicherung.“

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