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Chronik Burgenland Aus Ihrer Region
04/27/2020

Soroptimistclub Eisenstadt: Starke Frauen helfen seit 50 Jahren

Der Eisenstädter Club wurde 1970 von Trude Hausner gegründet. Seither half man dank karitativer Veranstaltungen in vielen Bereichen.

von Stefan Jedlicka

Es sind noble Ziele, die sich die Soroptimistinnen weltweit gesetzt haben: Die Verbesserung der Stellung der Frau, hohe ethische Werte, Menschenrechte für alle und Förderung von Gleichheit, Entwicklung und Frieden. Über 3.100 Clubs sind unter dem globalen Dachverband „Soroptimist International“ vereinigt. „Eine lebendige, dynamische Organisation für Frauen mit derzeit rund 86.000 Mitgliedern – ,Sorores‘ genannt“, erzählt Waltraude Steiner, Präsidentin des Soroptimistclubs Eisenstadt.

Persönlicher Einsatz

Dieser wurde im Jahr 1970 von Trude Hausner als Gründungspräsidentin mit großem Enthusiasmus aus der Taufe gehoben. Seither treffen sich die Damen des Clubs monatlich, um Möglichkeiten zu schaffen, das Leben von Frauen und Mädchen auch mithilfe des globalen Netzwerkes positiv zu verändern. Durch die Umsetzung gemeinsamer Ideen mit viel persönlichem Einsatz und Freude wurden schon viele Projekte realisiert – teils unter Einbindung von Schulen und Kindergärten: Konzerte, Lesungen, Golfturniere sowie Vintage-Flohmärkte. Man hat aber auch bereits Kunstkalender und Kochbücher aufgelegt, Bilder versteigert und damit in Not geratenen Familien geholfen.

Besonders wichtig ist den Soroptimistinnen die karitative Unterstützung von Frauenhäusern, Hospizgruppen und SOS-Kinderdorf-Kindern durch Übernahme jahrzehntelanger Patenschaften im In-und Ausland, aber auch die Finanzierung von Ausbildungsmöglichkeiten gemäß dem Motto „Bildung bewegt – Wissen bringt weiter!“

Im Jahr 2020 feiert der Eisenstädter Club sein 50-jähriges Bestehen – und kann stolz Bilanz ziehen: aus diversen Projekten und Aktivitäten wurden mehr als 265.000 Euro erwirtschaftet und als Spenden an hilfsbedürftige Frauen und deren Familien weitergegeben.

Jubiläum verschoben

Für 25. April hätten die Soroptimistinnen anlässlich des Jubiläums zu einem Benefizkonzert mit den Brüdern Eduard und Johannes Kutrowatz unter dem Titel „Von Liszt bis Brubeck“ ins Schloss Esterhazy geladen. Der Erlös wäre Not leidenden burgenländischen Familien und jungen aufstrebenden Künstlerinnen des Haydn-Konservatoriums zu Gute gekommen. Wie so vielen anderen machte das Coronavirus aber auch den Soroptimistinnen einen Strich durch die Rechnung – vorerst, denn das Konzert ist nicht abgesagt, nur auf 2021 verschoben, wie Steiner versichert.

Herausforderung

Gründungspräsidentin Trude Hausner war 1970 gerade ins Burgenland gekommen, als sie von Wiener Soroptimistinnen gefragt wurde, ob sie den Club hier aufbauen möchte. „Ich kannte niemanden in Eisenstadt, das war eine Herausforderung, aber ich bin enthusiastisch an die Sache herangegangen“, erinnert sie sich. „Mein Mann war Rotarier und hat mich unterstützt. Ich habe 21 Frauen, die du brauchst, um einen Club zu gründen, gefunden. Tolle junge Geschäftsfrauen. Keine war damals 40, so wie ich, alle waren viel jünger.“

Was aber alle gemeinsam hatten: sie brachten große Begeisterung mit. „Ich hab das kleine Kind gehabt. Die Clubabende waren bei mir im Haus. Ich hatte oft um die 50 Frauen bei mir daheim, ich habe es sehr genossen damals“, erzählt Hausner. 1996 wurde sie auch Unionspräsidentin. „80 Tage im Jahr war ich unterwegs, von Florenz bis Jena, ich war in der Schweiz und in Amerika in unserem Kontakt-Club in Wyoming. Ich war auch später noch mehrmals im Ausland und habe den Club vertreten, zum Beispiel in Mali.“

Feminismus

Der Club sei „wenig feministisch im eigentlichen Sinn“, sagt Hausner. „Mit Mitte 30 ist man herrlich feministisch. Aber jede Einzelne ist feministisch, wenn man so will, einfach dadurch, dass sie einen interessanten Beruf hat und etwas darstellt.“

Um Spenden für ihre Projekte lukrieren können, haben die Soroptimistinnen im Laufe der vergangenen 50 Jahre zu Konzerten und Dichterlesungen geladen und sie organisierten jährlich einen Adventstand in der Eisenstädter Fußgängerzone. Auch zwei handgeschriebene Kochbücher mit Rezepten wurden herausgegeben – und ein eigener soroptimistischer Wein.

Besonders viel brachten die Golf-Charity 2004 in Donnerskirchen und eine Modeschau mit Versteigerung von Kunstwerken mit jeweils 30.000 Euro Reingewinn sowie 2005 das Projekt „Alle in einem Boot“ ein. Patenschaften unterhält man für Kinderdorf-Kinder in Nepal und im Burgenland und für Mädchen in Mali; Spenden gehen an Vereine, die sich um missbrauchte Jugendliche kümmern, an das Frauenhaus und an Eisenstädter Familien in Not.

Hilfsprojekte

⮚ Unterstützt wird u. a. ein afrikanisches Albino-Hilfsprojekt, für das eine ehemalige Clubschwester als Ärztin arbeitet, und die Hospizgruppe des Roten Kreuzes in Eisenstadt. Spontane Hilfe leistete der Club nach Naturkatastrophen in Österreich und Ungarn. Kaffeejausen und Ausflüge organisiert man für Senioren und behinderte Jugendliche. Auch dringend benötigte Einrichtung zur Pflege von Senioren und Schwerstbehinderten wird angeschafft.

„Im kulturellen Bereich halfen wir bei der Renovierung des Doms und auch bei der Dacherneuerung der evangelischen Kirche in Eisenstadt und leisteten einen Beitrag zur Sanierung der Kapelle in Balf bei Sopron“, sagt Vizepräsidentin Helene Sengstbratl.

Clubtreffen finden jeweils am zweiten Mittwoch des Monats statt. Kontakt: eisenstadt@soroptimist.at

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