© Biobloom GmbH/STEVE HAIDER

Chronik Burgenland Aus Ihrer Region
02/18/2020

Mit Bio-Hanf aus Apetlon zum internationalen Erfolg

Die 31-jährige Elisabeth Denk hat einen kleinen Familienbetrieb zu einem der bekanntesten Hanfproduzenten Österreichs gemacht. Und die Expansion geht weiter.

von Stefan Jedlicka

Elisabeth Denk verdient ihr Geld mit Cannabis. Nein, die 31-Jährige ist natürlich keine Drogendealerin, ihr 2016 gegründetes Unternehmen BioBloom hat sich vielmehr auf die – völlig legale – Produktion von sogenannten Cannabidiol-Produkten (CBD) spezialisiert. CBD ist im Gegensatz zu den aus Hanf gewonnenen Suchtmitteln Haschisch oder Marihuana ein nicht-psychoaktives Cannabinoid aus den weiblichen Hanf-Pflanzen. Medizinisch wirkt es entkrampfend, entzündungshemmend, angstlösend und gegen Übelkeit. In nur drei Jahren ist Denk mit einem kleinen Familienbetrieb im Nordburgenland der Sprung ins internationale Geschäft gelungen.

Auf eigenen Feldern

BioBloom mit Sitz in Apetlon zählt zu den wenigen CBD-Anbietern, die den Hanf auf eigenen Feldern kultivieren – dort wo Elisabeths Vater zuvor Getreide anbaute. 2015 wagte sie gemeinsam mit Partner Christoph Werdenich den Neustart. Nach ihrem Studium „Information, Medien & Kommunikation“ an der FH Burgenland. „Ich habe mich auf die Suche nach neuen Zugängen zur Landwirtschaft gemacht. Die Hanfpflanze mit ihren vielen Inhaltsstoffen hat mich fasziniert. Ich habe sehr viel recherchiert und immer mehr Potenzial in ihr gesehen. Auch, weil ich mich schon immer für natürliche Produkte für die Gesundheit interessiert habe“, erzählt sie.

Alles in Eigenregie

Auf einem Testfeld wurden die ersten Hanfpflanzen angebaut. „Das Feedback von Medizinern und Experten war so gut, dass wir weitermachten und 2016 schließlich BioBloom gegründet haben“, erinnert sich Denk. Heute zählt der Betrieb zu den bekanntesten CBD- und Hanfproduzenten Österreichs.

Vom Anbau auf rund 110 Hektar biozertifizierten Flächen bis zu den fertigen Produkten wird der gesamte Produktionsprozess selbst erledigt – eher eine Ausnahme unter den zahlreichen CBD-Anbietern. „Wir wissen wirklich, was in unseren Produkten drinnen ist. Ein großer Vorteil“, sagt Werdenich.

Eigene Anbautechnik

Hilfreich ist dabei die jahrzehntelange Erfahrung der Familie Denk in der biologischen Landwirtschaft – und ein Gespür für neue Ansätze sowie bei Produktentwicklungen. So hat man etwa eine eigene Anbautechnik in Reihen entwickelt. „Dadurch haben die Hanfpflanzen zum einen sehr viel Platz zum Wachsen und bekommen außerdem viel Licht. Sie können sich gesund entfalten und entwickeln so auf vollkommen natürliche Art und Weise hohe Konzentrationen der natürlichen Inhaltsstoffe“, erklärt Christoph Werdenich die Besonderheit der BioBloom-Anbautechnik.

Das milde pannonische Klima sowie besonders nährstoffreiche Böden im Schwemmgebiet des Neusiedler Sees tragen ihr Übriges zum Wachstum der Pflanzen bei.

Um die wertvollen Inhaltsstoffe bis zum fertigen Produkt zu erhalten, wird schonend geerntet. Die weitere Verarbeitung der Hanfpflanzen erfolgt per Hand. Anschließend soll die -Extraktion sicherstellen, dass so viele Inhaltsstoffe wie möglich erhalten bleiben. „Es sind ja alle Inhaltsstoffe der Hanfpflanze wichtig“, betont Elisabeth Denk.

Das volle Spektrum

Die BioBloom-CBD-Hanfvollextrakte enthalten daher das Vollspektrum der Pflanze. Um die Qualität der Produkte zu sichern, werden laufend Qualitätskontrollen mittels verschiedener Analysen durchgeführt. So tragen die Extrakte das AC-Gütesiegel des unabhängigen Patientenvereins Arge Canna und sind – wie alle Produkte von BioBloom – Bio Austria-zertifiziert.

Neben den CBD-Extrakten umfasst das Produktsortiment auch einen Hanfblütentee, der zu erholsamem Schlaf beitragen soll, sowie Hanföl und Hanfsamen. Außerdem die Kosmetiklinie „Into the Wild“. Die bio- und GMP-zertifizierten, veganen, tierversuchs-, palmöl- und allergenfreien Kosmetikprodukte seien besonders bei Menschen mit Hautproblemen sehr beliebt, freuen sich die Jungunternehmer.

Weitere Expansion

Die Produkte aus dem Nordburgenland sind mittlerweile in vielen Ländern Europas erhältlich. Dabei soll es aber nicht bleiben, wie Thomas Denk, dritter Geschäftsführer, versichert: „Neben neuen Produktentwicklungen arbeiten wir auch an unserer Internationalisierung. Wir glauben, dass es in vielen Ländern weltweit Bedarf an qualitativ hochwertigen Naturprodukten gibt.“

Ihre neueste Entwicklung: Vegane, lactose-, fructose- sowie gluten- und gentechnikfreie Nahrungsergänzungsmittel. Vitamin D3 & K2 Tropfen mit Bio Hanfsamenöl, Schlafkapseln mit Bio Hanfpulver sowie je ein Magnesium und Vitamin B Komplex.

„Uns war es in der Produktentwicklung sehr wichtig, so viele biologische, natürliche sowie wirksame Komponenten wie möglich einbringen zu können. Dabei haben wir auch auf Farb-, Geschmacks- sowie Überzugsstoffe verzichtet“, erklärt Stefan Denk, Elisabeths Bruder, der die gesamte Produktentwicklung übernommen hat.