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Chronik Burgenland Aus Ihrer Region
06/26/2021

Marcus Wadsak und der Neusiedler See: "Bin hier hängen geblieben"

Der Wettermoderator lebt seit elf Jahren im Burgenland. Von Kindheitstagen an begleitet ihn eine Vorliebe für den See

von Paul Haider

Woran denkt Marcus Wadsak eigentlich als Erstes, wenn das Thermometer schon im Juni fast tagtäglich über 30 Grad anzeigt? Die Antwort kann man als überraschend bezeichnen, denn die Klimakrise ist es nicht: „Mein erstes Gefühl hängt immer mit meinem Job zusammen. Diese Hitzewelle haben wir mehr als eine Woche vor Beginn ankündigen und sehr gut vorhersagen können. Es ist nach wie vor mein größtes Interesse, solche Dinge richtig vorherzusagen. Ob es mir gefällt oder nicht, das ist immer zweitrangig“, erzählt Wadsak beim KURIER-Gespräch an einem – wieder einmal – sehr warmen und sonnigen Junimorgen am Ufer des Neusiedler Sees.

„Der zweite Teil der Antwort ist: Wenn man am See zu Hause ist, dann hat man mit der Hitze nicht so zu kämpfen. Für uns war es herrlich, ein paar Tage zum Baden und relaxen an den See zu gehen“, ergänzt der beliebte ORF-Wetterfrosch. Seit elf Jahren ist er jetzt schon Wahl-Neusiedler.

Ins Burgenland hat es ihn der Liebe wegen verschlagen: „Ich habe 40 Jahre in Wien gelebt. Dann habe ich eine wunderbare Frau kennengelernt (Sylvia Saringer, Anm.), sie ist Burgenländerin und wohnt hier. Ich habe sie irgendwann einmal besucht und bin quasi hier hängen geblieben. Seit elf Jahren bin ich jetzt Burgenländer. Das war ein großes Glück und ich habe es nie bereut“, sagt der 50-Jährige mit einem Lächeln.

„Der Sommer ist hier schöner“

Einen Bezug zum Burgenland hat der gebürtige Wiener seit Jahrzehnten: Schon als Kind kommt er zum Eislaufen an den Neusiedler See, später ist er beruflich bei verschiedenen Sport-Events, unter anderem beim Surfopening in Podersdorf, dabei. Mit Mitte 20 entdeckt er dann seine Vorliebe für den Wein aus Pannonien. „Es gab keinen Sommer, in dem man nicht einfach mal ins Burgenland gefahren ist, um den Sommer zu genießen. Der ist hier schöner als in vielen anderen Teilen Österreichs“, spricht Wadsak aus, was jeder Burgenländer weiß.

Ebenfalls von Kindheitstagen an begleitet Marcus Wadsak die Faszination für das Wetter. „Das Interesse war sehr früh da. Als Kind war ich sehr von Gewittern fasziniert“, erinnert er sich. Nach einem prägenden Erlebnis für seinen weiteren Lebensweg gefragt, erzählt der heutige Leiter der ORF-Wetterredaktion von einer Radtour, bei der er im Alter von acht Jahren dabei war. Ein unerwartetes Gewitter zog auf, woraufhin die Gruppe Zuflucht in einer Kirche suchte. „In diese Kirche hat der Blitz eingeschlagen. Wenn man das erlebt – nicht nur Blitz und Donner, sondern wirklich die Druckwelle spürt – diese gewaltige Kraft hat mich schon immer fasziniert“.

Marcus Wadsak wurde am 5. Oktober 1970 in Wien geboren.

Seit 1995 ist er beim ORF, zuerst bei Ö3, später beim ZiB-Wetter.
Seit 2012 leitet er die Wetterredaktion des ORF.

Er hat zwei Kinder aus erster Ehe und einen gemeinsamen Sohn mit Moderatorin Sylvia Saringer, mit der er seit elf Jahren liiert ist

Buchautor
„Klimawandel: Fakten gegen Fake & Fiction“ erschien im März 2020 und wurde zum Bestseller  

Daran, dass man mit Wetterprognosen seinen Lebensunterhalt verdienen könnte, denkt der junge Wadsak aber noch lange nicht. Auch nicht, als er nach der Matura ein Meteorologie-Studium beginnt. „Mir wurde gesagt: Das ist ein superspannendes Studium, aber du wirst nie einen Job kriegen“, erinnert er sich schmunzelnd.

Bekannterweise sollte es ganz anders kommen: Noch während er mit dem Schreiben seiner Diplomarbeit beschäftigt ist, wird der 25-jährige Marcus Wadsak vom damaligen Leiter der Wetterredaktion in den ORF geholt. Er wechselt in den folgenden Jahren immer wieder vom Radio ins Fernsehen und retour, wird zum Publikumsliebling.

Plan B: Bademeister werden

Jetzt beschäftigt sich Marcus Wadsak schon seit 30 Jahren beruflich mit dem Wetter (Studium mitgerechnet). Die Frage drängt sich auf, ob er sich überhaupt einen anderen Job für sich vorstellen könnte? „Ich habe mein Studium als Bademeister in unterschiedlichen Wiener Bädern finanziert. Ich glaube, es gibt wenige Jobs, wo man näher am Wetter dran ist. Das wäre mein zweites Standbein, sollte es mit der Wettervorhersage einmal nicht mehr klappen“, sagt der Hobby-Surfer augenzwinkernd.

Dabei hat Marcus Wadsak eigentlich schon ein zweites Standbein, in das er einen Großteil seiner Freizeit investiert: Als Bestsellerautor und Klimawandel-Botschafter. In dieser Funktion wird er übrigens nächste Woche beim Austrian World Summit teilnehmen – ganz besonders freut er sich schon auf ein Frühstück, zu dem ihn Arnold Schwarzenegger eingeladen hat, verrät er.

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