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Wie eine Stinatzerin Weltstars nach Wien bringt

Marijana Stoisits macht als Geschäftsführerin der „Vienna Film Commission“ die Bundeshauptstadt zur Kulisse internationaler Kinohits.

von Paul Haider

02/26/2022, 11:30 AM

Die Arbeit von Marijana Stoisits war in den vergangenen Wochen in Österreich in aller Munde – wobei ihr Name dabei höchstens am Rande gefallen ist. Viel öfter war von Hollywood-Star Chris Hemsworth und seinen explosiven Dreharbeiten in der Wiener Donau City für den Netflix-Film „Tyler Rake: Extraction 2“ die Rede.

Dass Hemsworth aber überhaupt zwei Wochen lang sein Actionspektakel in Wien abziehen konnte, ist vor allem der Vienna Film Commission zu verdanken. Und an deren Spitze steht Marijana Stoisits seit 2009 als Geschäftsführerin. Im Gespräch mit dem KURIER erklärt die gebürtige Südburgenländerin, die noch immer einen Nebenwohnsitz in Stinatz hat, ihre Rolle bei der Vermittlung von solchen Filmproduktionen: „Wir sind die Schnittstelle zwischen der Stadtverwaltung und der Wiener Filmbranche. Wir sind zuständig für Drehgenehmigungen, unterstützen Dreharbeiten und räumen Konflikte aus dem Weg. Außerdem vertreten und promoten wir den Filmstandort Wien im Ausland, vor allem bei Filmfestivals in Berlin, Cannes und auch in Los Angeles und Schanghai.“

Die Mega-Produktion mit Chris Hemsworth kann als gelungener Start ins Jahr 2022 für die Vienna Film Commission gewertet werden. Nach einer schwierigen Phase im Schatten der Corona-Pandemie, hat das Filmgeschäft im Vorjahr wieder so richtig Fahrt aufgenommen – auch in Wien. Erst am vergangenen Donnerstag hat Marijana Stoisits bei einer Pressekonferenz eine höchst erfreuliche Bilanz über 2021 gezogen: „Das vergangene Jahr war für die Vienna Film Commission das mit Abstand erfolgreichste“, freut sich die Stinatzerin.

Mission: Possible

Nach zwölf Jahren als Wiens oberste Film-Vermittlerin kann Stoisits auf Dutzende unvergessliche Erlebnisse zurückblicken. Nicht erst einmal hat sie mit ihrem Team das scheinbar Unmögliche möglich gemacht. Etwa bei den Dreharbeiten zu „Mission Impossible: Rogue Nation“: Im Jahr 2014 filmte Superstar Tom Cruise einige der spektakulärsten Szenen des Kinohits in (und auf) der Wiener Staatsoper.

Marijana Stoisits erinnert sich gerne an die Zusammenarbeit und an die Premierenfeier im Sommer 2015 zurück: „Die zwischenmenschliche Chemie bei ‚Mission Impossible‘ war richtig gut. Ein Zeichen dafür, dass sie sich in Wien sehr wohlgefühlt haben, und für mich völlig unerwartet war, dass auch die Weltpremiere in der Staatsoper stattgefunden hat. Dabei hat Tom Cruise der Stadt Wien gedankt, danach hat sich Regisseur Christopher McQuarrie sogar bei mir namentlich bedankt. Das war eine ganz besondere Ehre.“

Eine Erfahrung, die Marijana Stoisits in ihrer langjährigen Tätigkeit immer wieder gemacht hat, habe sich bei der Arbeit mit Cruise & Co. wieder einmal bewahrheitet: „Mit den internationalen Größen funktioniert die Zusammenarbeit immer super. Die ganz großen Leute sind sehr unkompliziert im Umgang und total freundlich zu uns“.

Erinnerungen wie die an „Mission Impossible“ geben Motivation für zukünftige Projekte – sowohl mit österreichischen als auch internationalen Filmcrews. Die Frage danach, welche großen Produktionen demnächst in Wien Station machen, muss Marijana Stoisits leider unbeantwortet lassen: Bis zum Drehstart herrscht stets Stillschweigen. Eines kann sie dennoch mit Sicherheit ankündigen: „Wir können davon ausgehen, dass kontinuierlich Projekte kommen werden und wir in der Stadt ausreichend Dreharbeiten haben werden“.

Marijana Stoisits
wurde 1960 geboren und ist in Stinatz (Bezirk Güssing) aufgewachsen. Sie studierte Ethnologie, Kunstgeschichte und Kulturmanagement und promovierte 1991 zum Thema Volkskunde und Film.

Karrierestationen
Stoisits war in den 1980er-Jahren beim Norddeutschen Rundfunk tätig und hat danach  für die Bertelsmann AG und Spiegel TV gearbeitet. Seit 2009 leitet sie die Vienna Film Commission.

Grund zur Hoffnung auf eine gute Buchungslage, was künftige Filmdrehs in Wien betrifft, gibt auch das „Vienna Film Incentive“, eine neue Investitionsprämie für Filmemacher, die Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler bereits angekündigt hat.

Drei Lieblingsfilme

Bleibt noch eine Frage: Was schaut sich eine professionelle Film-Vermittlerin eigentlich privat am liebsten an? Dem KURIER verrät Marijana Stoisits drei ihrer Favoriten: „Ein Lieblingsfilm ist sicher ‚Manchester by the Sea‘. Den Science-Fiction-Film ‚Arrival‘ finde ich super. Der dritte wäre ‚Some Like It Hot‘ von Billy Wilder – ein wirklich großartiger, wunderbarer Film.“

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