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Chronik Burgenland Aus Ihrer Region
09/25/2020

Burgenland Extrem: „Bei uns gibt es keinen Leistungsdruck“

Tobias Monte, Josef Burkhardt und Michael Oberhauser haben aus der Lust an Bewegung eine internationale Veranstaltung gemacht.

von Stefan Jedlicka

120 Kilometer im Winter zu gehen oder zu laufen, ist eine lange Reise. „Eine Reise, die man gemeinsam antritt, aber doch alleine gehen muss“, wissen Tobias Monte, Josef Burkhardt und Michael Oberhauser. Die drei Organisatoren der jährlich im Jänner stattfindenden Tour „24 Stunden Burgenland Extrem“ haben ihre Reise gemeinsam begonnen. „Ausgangspunkt war unsere Lust an der Bewegung“, erinnert sich Tobias Monte. „Beim ersten Mal haben wir die 120 Kilometer aus Jux versucht, aber nicht geschafft.“ In den folgenden Jahren bewältigte man die Distanz – und begann Freunde und Bekannte dazu einzuladen. „So ist es im Laufe der Zeit zu einer Einrichtung geworden.“

Gemischtes Publikum

Die mittlerweile zum Markenzeichen gewordenen Utensilien Haube und Schlauchtuch waren von Anfang an dabei. Werden sie mittlerweile an alle Starter verteilt, hatten die drei Freunde sie einst selbst im Gepäck. Unter dem Motto „Live Love Move“ treffen sich jährlich Pilgergeher, Weitwanderer, Extrem- und Freizeitsportler, Frauen und Männer aus vielen Nationen, um die Grenzen der körperlichen Belastbarkeit zu spüren und sich in Extremsituationen zu erfahren.

2020 machten sich mehr als 7.000 Starter auf den Weg. „Nicht alle haben es ins Ziel geschafft. Aber alle haben ihre Ziele erreicht und von magischen Momenten gesprochen“, erzählt Tobias Monte. Verschiedene Strecken stehen bei der „24 Stunden Burgenland Extrem Tour“ zur Auswahl: Die längste mit 120 Kilometern startet in Oggau, weitere führen „nur“ über 80 beziehungsweise 60 Kilometer.

Schule fürs Leben

In Kooperation mit Schulen wurde außerdem die „School of Walk“ ins Leben gerufen. Mehr als 2.500 Teilnehmer kamen heuer aus ganz Österreich, Deutschland und Ungarn, um 30 Kilometer von Neusiedl bis Oggau zu bewältigen. „Hier wird Eigenwahrnehmung gefördert und ein positives Selbstbild vermittelt“, freuen sich die Veranstalter. „Schüler wachsen dabei über sich selbst hinaus und sie wachsen mit ihren Lehrern ein Stück weit zusammen. Das gemeinsame Abenteuer rund um den Neusiedler See verbindet fürs Leben.“

Alle Junggebliebenen schließlich gehen als „Golden Walker“ an den Start.

Auszeichnungen

Der ökologische Gedanke stand von Anfang an im Mittelpunkt. Man startete Europas größte und länderübergreifende Flurreinigungsaktion. Der Startbeutel ist zugleich eine wiederverwendbare Müllsammeltasche. Für den Einsatz von Mehrwegbechern und die Nutzung regionaler Ressourcen wurden die „Green Events Austria“-Preisträger mit dem großen Klimaschutzpreis ausgezeichnet. Und erst kürzlich erhielt die Tour von Bundesministerin Leonore Gewessler den „KlimaAktiv Preis 2020“. In ihrer Laudatio würdigte die Ministerin das vorbildliche Umweltengagement und die umfassende Kompetenz in Sachen Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Die Tour 2021 ist das 10-Jahres-Jubiläum der Veranstaltung, die nicht als sportlicher Wettbewerb konzipiert sei, wie Tobias Monte betont. „Wir haben keine Zeitnehmung, keine Siegerehrung und keine Tabellen. Wir wissen gar nicht genau, wie schnell jemand ist.“ Bekannt ist nur, dass der schnellste Teilnehmer die 120 Kilometer in weniger als 10 Stunden absolvieren konnte. „Aber ich habe auch großen Respekt vor allen, die es in 36 Stunden schaffen, weil es eine enorme persönliche Leistung ist“, stellt Monte klar.

Neue Perspektiven

„Es ist auch ein spiritueller Weg“, sagt er. „Du musst dich darauf einlassen, lernst Menschen kennen, es entstehen neue Gedanken und neue Perspektiven.“ Die drei Organisatoren seien selbst weder Leistungssportler noch Event-Manager, betont Tobias Monte: „Josef ist Verwaltungsdirektor, Michael Werbetexter, hat aber auch Ausbildung zum Motopädagogen, und ich bin Werbegrafiker.“

Corona-bedingt werde es 2021 voraussichtlich zu einer Reglementierung der Teilnehmerzahl kommen müssen, kündigt er an. Die Beschränkungen haben aber einen weiteren Grund: „Wir wollen nicht mehr weiter wachsen, um den familiären, persönlichen Charakter der Veranstaltung zu erhalten. Das ist uns ein großes Anliegen.“

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