Chronik | Burgenland
28.01.2013

Aufgeheizte Stimmung rund ums heiße Wasser

Nach der Sanierung von Therme und Hotel Sonnenpark ist von Gäste-Minus bei privaten Hoteliers die Rede.

25 Millionen Euro hat die Wirtschaftsservice Burgenland AG (WiBAG) im Vorjahr in die Hand genommen, um die Sonnentherme und das mit ihr verbundene Hotel Sonnenpark zu sanieren. Im Herbst wurde das Resort offiziell eröffnet. Doch nach der ersten Freude herrscht vor allem bei privaten Unterkunftbetrieben Ernüchterung. Von zweistelligen Einbußen bei Übernachtungsgästen während der vergangenen zwei Monate ist die Rede. Laut Gemeinde hat es bei der Zahl der Übernachtungsgäste zumindest im Dezember ein Minus von 20 Prozent (im Vergleich zu 2010) gegeben.

Die sieben Hoteliers haben sich nun zu einer ARGE zusammengeschlossen, um gemeinsam für ihre Interessen einzutreten. Für den Geschäftsführer der ARGE, Peter Zellmann (er ist auch Leiter des Institutes für Freizeit- und Tourismusforschung in Wien), sei der Unmut der Hoteliers nicht unberechtigt.

„Die Therme wurde mit öffentlichen Mitteln saniert und auch das Hotel Sonnenpark wurde mit Landesgeldern ausgestattet. Jetzt ist der neue Ruhebereich aber nur für die Gäste des Hotel Sonnenpark zugänglich.“ Diesbezüglich gebe es etliche Beschwerden von Gästen. Außerdem sei es für die Privatunternehmer immer schwieriger, mit den Angeboten des Sonnenparks, das günstige Packages inklusive Thermeneintritt anbiete, mithalten zu können. Ob gar eine Wettbewerbsverzerrung vorliege, das könnte im Auftrag der ARGE Gegenstand einer juristischen Überprüfung werden.

„Das Land sollte an der Therme und der Regionalentwicklung das gleiche Interesse haben“, sagt Zellmann, der Lutzmannsburg als „interessantes Modell für ganz Österreich sieht, wo man öffentliche und private Interessen zusammenführen “ könne.

Zellmann will alle Beteiligten an einen Tisch holen, um ein „gemeinsames Konzept“ zu finden. Sorgen bereite den Hoteliers nämlich auch die Ankündigung der WiBAG,das von ihr erworbene Hotel Vital Residenz zu einem Hotel mit bis zu 180 Betten auszubauen.

„Positionierung nötig“

WiBAG-Direktor Franz Kast kann die Aufregung nicht verstehen. „Wir haben in der Therme seit Juli 40 Prozent Plus an Tagesgästen, in den Partnerbetrieben kamen 13 Prozent mehr Gäste.“ Das Hotel Sonnenpark habe vor der Sanierung eine Auslastung von 92 Prozent gehabt, jetzt seien es 96 Prozent. „Wir können den anderen also nicht so viele Gäste weggenommen haben“, so Kast. Es hätten nur jene Hotels ein Minus, die sich nicht auf Kinder spezialisiert hätten. „Der Thermenmarkt ist um 1,7 Prozent geschrumpft. Da hilft es nur, sich schärfer zu positionieren. Das haben wir gemacht.“

Außerdem betont Kast, dass die WiBAG „vom Land keinen Cent bekommen“ habe. „Wir sind freie Unternehmer. Wir wollen nicht, dass das Land einen Cent bezahlen muss. Es wäre nur dann eine Wettbewerbsverzerrung, wenn wir die Wünsche der Unternehmer erfüllen. Dann hätten wir weniger Erfolg und das Land müsste uns helfen.“ Ob das Hotel Vital Residenz in Betrieb gehe, wird im Juni entschieden.