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Chronik Burgenland
04/06/2021

Auf der Suche nach Flächen für Solaranlagen

In Schattendorf wurden 17 Hektar Ackerland im Eigentum von Esterhazy umgewidmet

von Thomas Orovits

Zum Wind kommt Sonne: Die Energie Burgenland, Österreichs größter Windstromproduzent, will bis 2025 auch bei Sonnenenergie die acht anderen Bundesländer hinter sich lassen. Von den in den kommenden Jahren investierten zwei Milliarden Euro sind 30 Prozent für den Ausbau von Fotovoltaik reserviert. So lautet das ehrgeizige Ziel des neuen Vorstandsduos des Landesenergieversorgers, Stephan Sharma und Reinhard Czerny.

Ein Standort wird Schattendorf sein. Der Gemeinderat der roten Kommune im Bezirk Mattersburg hat am Montag vergangener Woche gegen die Stimmen der ÖVP grünes Licht gegeben. Unter Punkt 12 der Tagesordnung „Fotovoltaikanlage, Grundsatzbeschluss und Flächenwidmungsänderung“ wurde eine 17 Hektar große landwirtschaftliche Fläche außerhalb der Grenzgemeinde zu Ungarn umgewidmet. „Bestes Ackerland“, sagt ein Schattendorfer. Eigentümer der Grünfläche ist die F.E. Familien-Privatstiftung Eisenstadt.

Baustart ist offen

Geplant sind 37.500 Module mit einer Leistung von 15 Megawatt, erklärte ein Vertreter der Energie Burgenland im Rahmen der Gemeinderatssitzung. Die Anlage soll jährlich rund 6.400 Tonnen einsparen. Wann die Solarpanele aufgestellt werden, ist aber noch offen, heißt es vom Energieversorger.

Die Energie Burgenland als künftige Betreiberin der Solaranlage soll Esterhazy 3.000 bis 5.000 Euro Pacht pro Hektar zahlen, um die Anlage bauen und nutzen zu können.

„Es bestehen unsererseits keine derartigen Vereinbarungen“, heißt es dazu auf KURIER-Anfrage von einer Esterhazy-Sprecherin. Die Fläche sei an einen Landwirt verpachtet und werde konventionell bewirtschaftet.

Grundsätzlich unterstütze Esterhazy „im Bereich erneuerbarer Energien seit jeher bestmöglich die Zielsetzungen der Bundesregierung sowie der Landesregierung. Seit vielen Jahren laufen daher mit verschiedenen potentiellen Betreibern, so auch der Energie Burgenland, Gespräche zum verstärkten Einsatz von Biomasse und Ausbau im Bereich Wind und Fotovoltaik“.

Auch von Seiten der Energie Burgenland will man keine Zahlen nennen, stellt aber fest, dass man die übliche Pacht entrichte. Dazu komme noch ein Optionsentgelt bis zur Realisierung des Projekts und die im neuen Raumplanungsgesetz verordnete Fotovoltaikabgabe (maximal 700 Euro pro Hektar und Jahr), die je zur Hälfte ans Land und die jeweilige Gemeinde abgeführt werden muss.

Dass der Deal auch eine Art „Wiedergutmachung“ von Seiten des Landes für zwei Gesetzesbeschlüsse sei, mit denen Esterhazy zuletzt keine Freude haben konnte (Verbot der Gatterjagd und Bauland-Abgabe), wird vom Privatunternehmen mit fürstlicher Vergangenheit lapidar zurückgewiesen: „Nein“.

Wo sonst im Land Fotovoltaikanlagen entstehen? Man sei „mit einer großen Anzahl von Partnern in Gesprächen“, sagt die Energie Burgenland. „Auch mit Esterhazy“.

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