Verteidigungsministerin Klaudia Tanner besuchte am Dienstag die Soldaten am Grenzübergang Nickelsdorf

© Bundesheer/Bundesheer/Mario Knipfer

Chronik Burgenland
04/08/2020

Auch Schlepper haben Angst vor dem Coronavirus

Derzeit verzeichnen Polizei und Bundesheer deutlich weniger Aufgriffe von Flüchtlingen im Burgenland.

von Stefan Jedlicka

Das Virus sorgt für Ruhe nach dem Sturm an den Grenzen des Burgenlandes. Im Rahmen des Assistenzeinsatzes hatten Bundesheer und Polizei im Jänner und Februar einen starken Anstieg der Aufgriffe illegal einreisender Migranten verzeichnet – auf jeweils rund 300 pro Monat. Insgesamt waren es heuer schon 786 – mehr als die Hälfte der Aufgriffe im gesamten Vorjahr. Seit Beginn der Corona-Krise hat sich dies jedoch schlagartig geändert. „Die Migration ist derzeit auf einem sehr niedrigen Niveau“, bestätigt Militärkommandant Gernot Gasser auf KURIER-Nachfrage.

Grenzen geschlossen

Dies liege einerseits an der Schließung der Grenzen entlang der „Balkanroute“ und an den verschärften Kontrollen. „Andererseits haben die Schlepper jetzt das Problem der Eigengefährdung durch Ansteckung“, weiß Gasser, der sich jedoch sicher ist: „Der Wille der Menschen, nach Europa zu kommen, ist ungebrochen. Die Zahlen werden wieder ansteigen, sobald die Sicherheitsmaßnahmen reduziert werden.“

Denn der Trend geht nach oben. Schon von 2018 auf 2019 war die Zahl der Aufgriffe von 434 auf 1.350 gestiegen. Nur mehr 12 von zuvor 65 Grenzübergängen sind aktuell geöffnet. Das Heer kontrolliert auch die geschlossenen. „Und es geht derzeit nicht nur um illegale Einreise, sondern jetzt auch um illegale Ausreise“, betont der Militärkommandant. So beobachte man Ausweichversuche in Zusammenhang mit dem Korridor in Nickelsdorf. „Manche wollen andere Grenzübergänge nutzen, die aber schon geschlossen sind. Einige Wagemutige versuchen, über den Acker auszuweichen, andere sind zu Fuß oder per Fahrrad unterwegs.“

Lkw-Kontrollen und Fiebermessen

Von den insgesamt rund 2.200 Soldaten im Assistenzeinsatz ist ein Viertel an der burgenländischen Grenze stationiert. Im Mai würde der Einsatz auslaufen, eine Verlängerung ist aber so gut wie sicher. Die eingesetzten vier Kompanien kommen aus dem Burgenland und aus Niederösterreich. Sie unterstützen die Landespolizeidirektion Burgenland bei Grenzkontrollen, bei der Abfertigung von Lkw und der Kontrolle von Zügen. Derzeit kommen dazu sicherheitspolizeiliche Aufgaben wie Fiebermessungen.

Keine Corona-Fälle

Und natürlich hat auch hier das Coronavirus für Sicherheitsmaßnahmen gesorgt: Abstand halten, kein Händeschütteln, vermehrtes Händewaschen sowie regelmäßige Desinfektion. Auch Schutzausrüstungen wurden ausgegeben. Gassers Truppe ist jedenfalls voll einsatzfähig. Infektionen gibt es bislang keine: „Alles sauber.“

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