Asbest im Bezirk Oberwart: Bisher „keine akute Gesundheitsgefahr“
Die vom Land nach Asbestfunden im Mittel- und Südburgenland eingerichtete Taskforce wird ihren Endbericht frühestens im Sommer vorlegen.
Man müsse die Luftmessungen über einen längeren Zeitraum und bei unterschiedlicher Witterung durchführen, so die Begründung von Hanns Moshammer von der Med-Uni Wien und des Asbest-Sachverständigen Michael Kochberger am Donnerstag im Eisenstädter Landhaus. Mit ersten „belastbaren“ Ergebnissen sei aber schon Ende Februar zu rechnen.
Die Experten betonten erneut, erst die Freisetzung von Asbestfasern in die Luft berge Gefahr.
Begonnen wurden die Messungen an den neun Standorten in Oberwart, Rechnitz und Neumarkt/Tauchental, wo die Umweltschutzorganisation Greenpeace vor zwei Wochen das krebserregende Asbest in Schotter oder Asphalt festgestellt hatte.
Dank an und Tadel für Greenpeace
„Die ersten Auswertungen weisen keine Auffälligkeiten auf“, schloss Umweltmediziner Moshammer eine akute Gesundheitsgefährdung aus: „Es braucht niemand Angst zu haben“. Alle Messwerte liegen unter den für die Taskforce relevanten Richtwerten. Allerdings sei beim derzeitigen feuchtkalten Wetter auch nichts anderes zu erwarten gewesen – deshalb weitere Tests.
Er sei Greenpeace „dankbar“, so der Umweltmediziner. Denn man sollte aufhören, asbesthaltiges Material zu verwenden. Moshammer würde den „Straßenmeistereien empfehlen“, sich andere Lieferanten für Streusplitt o. ä. zu suchen. Aber Greenpeace habe auch „zu große Panik“ geschürt, glaubt Moshammer.
Beprobt wurde am Donnerstag auch der seit Anfang Jänner gesperrte Steinbruch in Pilgersdorf (Bezirk Oberpullendorf). Dort wurden Luftmessungen durchgeführt und Gesteinsproben entnommen. Ergebnisse liegen noch keine vor. Kommende Woche soll dasselbe in den drei anderen betroffenen Steinbrüchen im Bezirk Oberwart passieren.
Geologe Frank Melcher von der Montan-Uni Leoben verwies auf die „geogene Hintergrundbelastung“, asbesthaltiges Serpentinit sei fürs „Rechnitzer Fenster“ typisch: „Für uns Geologen ist das ganz normales Gestein“.
Herwig Schuster, Umweltchemiker bei Greenpeace, wies darauf hin, dass das feuchte Winterwetter den Asbeststaub binde. „Die jetzt durchgeführten Kurzzeitmessungen sind daher keinesfalls dazu geeignet, bereits Entwarnung zu geben“. Es gelte nach wie vor: „Besonders an sensiblen Stellen wie an Spielplätzen, in Parks oder bei Einkaufszentren müssten freiliegende Asbeststeine so schnell wie möglich entfernt werden.“
Übrigens: Die Asbest-Sondersitzung des Landtags findet am 16. Februar statt.
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