Asbestbelastung: Erste Ergebnisse der Taskforce des Landes in einem Monat

Taskforce Asbest Burgenland
Nachdem Greenpeace an mehreren Orten im Südburgenland eine Belastung mit krebserregenden Asbestfasern festgestellt hat, will das Land Luftmessungen durchführen. Greenpeace legt nach.

Das Land nehme "ernst, was Greenpeace auf den Tisch gelegt hat und setze sich damit auseinander", versicherte LH Hans Peter Doskozil (SPÖ) am Montag in Eisenstadt. Gleichzeitig warne er aber davor, "das zu skandalisieren und die Bevölkerung zu verunsichern".

Denn: Für die Bevölkerung bestehe "nach derzeitigem Wissensstand keine akute Gesundheitsgefährung".

Entscheidend für die gesundheitliche Beurteilung sei nicht der Asbestanteil im Gestein oder in gebundenen Materialien, sondern "eine mögliche Belastung der Atemluft".

Deshalb soll eine übers Wochenende eingerichtete Taskforce des Landes unter der Leitung von Landesamtsdirektor-Stellvertreter Andreas Temmel an verschiedenen Standorten im ganzen Land Luftmessungen durchführen. 

Der Taskforce gehören u. a. die Umweltmediziner Hans-Peter Hutter und Hanns Moshammer von der Med-Uni Wien und der Sachverständige Michael Kochberger an.

„Der Nachweis von gebundenen Asbestgehalten in mineralischen Rohstoffen ist nicht gleichzusetzen mit einer unmittelbaren Gesundheitsgefährdung. Entscheidend ist, ob lungengängige Asbestfasern freigesetzt und eingeatmet werden können", sagte Kochberger.

Er erwartet "spätestens in einem Monat" erste, aussagekräftige Ergebnisse der Messungen. Es müsse aber mehrere Messdurchgänge geben. Die Ergebnisse sollen auf der Website des Landes Burgenland veröffentlicht werden. Ab Dienstag soll es auch Fragen und Antworten (FAQ) für die Bevölkerung geben. Schon Montagnachmittag sollte eine telefonische Hotline für Fragen aus der Bevölkerung eingerichtet sein.

Das Land wünscht sich auch die Messunterlagen von Greenpeace, bisher sind sie noch nicht eingelangt. Erst wenn ihm alle Unterlagen vorliegen, so Kochberger, könne er auch beurteilen, ob die Umweltschutzorganisation zu "alarmistisch" war.

Greenpeace hat "so etwas noch nicht gesehen"

Das Land habe bisher nicht den Kontakt zu Greenpeace gesucht, sagt Stefan Stadler, Sprecher des Greenpeace-Investigativteams, auf KURIER-Anfrage. Er sei übrigens am Montag in Eisenstadt gewesen, aber zur Pressekonferenz der Taskforce nicht zugelassen worden: Das sei dem Land "zu heiß" gewesen. Dass das Land allein auf Luftmessungen setze, kommentiert Stadler so: „Die Landesregierung darf jetzt nicht beschwichtigen und hinauszögern". 

Das Burgenland sei beim Asbest negativer Vorreiter: Dass nahezu reine Asbestbrocken vor der Kinderkrippe und vor Einfamilienhäusern liegen, habe er so noch nicht gesehen. Das sei "ein Horror". 

Firmen, die dafür verantwortlich seien, müssten das Material wieder abholen und fachgerecht entsorgen. Und bei den Straßen? Er sei kein Sachverständiger, aber man könnte zumindest eine zusätzliche Asphaltschicht aufbringen, damit das Asbest versiegelt werde.

 

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