Asbest-Alarm: Greenpeace fordert sofortige Veröffentlichung der Messdaten

Asbestfunde Burgenland, Greenpeace
Taskforce des Landes hatte nach ersten Messungen der Luftqualität in der Vorwoche vorläufige Entwarnung gegeben.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace fordert vom Land Burgenland, die Ergebnisse der Luftmessungen der landeseigenen Asbest-Taskforce zu veröffentlichen. 

„Die Geheimniskrämerei muss endlich aufhören“, wird Greenpeace-Umweltchemiker Herwig Schuster am Dienstag in einer Aussendung zitiert. Neben den Messergebnissen will er Details zu den Standorten und Messbedingungen - ansonsten „können die bisher kommunizierten Auswertungen nicht unabhängig überprüft werden“.  

In der Vorwoche hatte die Taskforce nach ersten Messungen vorläufige Entwarnung gegeben: „Die ersten Auswertungen weisen keine Auffälligkeiten auf“, schloss Umweltmediziner Hanns Moshammer eine akute Gesundheitsgefährdung aus: „Es braucht niemand Angst zu haben“. 

Gemessen hatte die Taskorce an den neun Standorten im Bezirk Oberwart, wo Greenpeace im Jänner über 50 Prozent Asbestgehalt im Gestein festgestellt hatte.

Mit einer Anfrage nach dem Umweltinformationsgesetz (UIG) will die Umweltschutzorganisation die Herausgabe der Daten erreichen. 

Das Land habe zwar volle Transparenz angekündigt, aber bisher nichts geliefert, kritisiert Greenpeace. Bei der Vorstellung der Taskforce Ende Jänner hatte die für Umweltschutz zuständige LH-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner von den Grünen versichert, die Ergebnisse der Messungen würden auf der Website des Landes (burgenland.at) veröffentlicht werden. 

Dort ist aktuell zu lesen: "Alle Informationen und Ergebnisse werden nach deren Auswertung und wissenschaftlicher Interpretation auf der Homepage des Landes Burgenland veröffentlicht werden". 

Überhaupt seien die ersten Messungen noch nicht aussagekräftig, so Greenpeace. Asbest werde besonders bei Abrieb oder Zerkleinerung gefährlich und das feuchte Winterwetter binde den Asbeststaub. 

Darauf hatte allerdings auch die Taskforce selbst hingewiesen und weitere Mess-Durchgänge bis hin zum Sommer angekündigt. 

Die Behörden haben laut Gesetz vier Wochen Zeit für die Beantwortung. Greenpeace fordert das Land jedoch "aufgrund der aktuellen Relevanz auf, die Daten sofort zu veröffentlichen". 

Das Land reagierte am Nachmittag: "Wie bereits mehrfach angekündigt, werden nach Abschluss der ersten Messreihe die Ergebnisse veröffentlicht. Einzelne abgesicherte Ergebnisse könnten bereits nächste Woche vorliegen". 

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