:Regina Rokob und Mike Bischof-Horak haben das Kaufhaus wieder eröffnet und setzen auf Vorbestellung, persönlich oder online.

© EIWECK SUSANNE/Eiweck Susanne

Großhöflein
04/13/2014

"Altes Kaufhaus" mit neuen Betreibern, neuem Konzept und neuen Ideen

Ein Bauernladen mit der Möglichkeit zur Online-Bestellung als Neuanfang für zwei "Zuagraste".

Bauernläden, Bauernmärkte und Co sprießen im Burgenland wie Schwammerl aus dem Boden. Selbst die Esterházy Betriebe springen auf den Direktvermarkter-Zug auf (siehe Bericht unten).

Auch in Großhöflein gibt es seit Kurzem wieder einen Bauernladen als Nahversorger. "Zwei Zuagraste machen ein G’schäft in Großhöflein auf", meint Mike Bischof-Horak grinsend. Wobei sich der Anreiseweg des Eisenstädters in Grenzen gehalten hat. Der seiner Geschäftspartnerin Regina Rokob aus dem steirischen St. Nikolai im Sausal war schon etwas weiter.

Ende März haben die zwei – beide haben nach Großhöflein geheiratet – das "Alte Kaufhaus" in der Hauptstraße wieder eröffnet. Aus dem früheren Kaufhaus ist ein Bauernladen für regionale, saisonale und "verantwortungsvoll hergestellte" Produkte geworden. "Also Erdbeeren das ganze Jahr über wird es bei uns nicht geben", macht Bischof-Horak klar.

Berufliches Neuland

Für den Sozialarbeiter ist der Laden berufliches Neuland: "Ich bin seit den 1990ern in der Sozialarbeit tätig und hab’ jetzt meine Stunden reduziert. Es war einfach Zeit für etwas Neues." Vertrauter ist das Terrain Regina Rokob – als Tochter eines Landwirts und gelernter Agrar-Ingenieurin. Nach zwölf Jahren Tätigkeit in der Abfallwirtschaft hat sie sich nun einen Traum erfüllt: "Ich wollte schon immer einen Bauernladen." Die kaufmännische Seite sei allerdings noch eine "Herausforderung". Künftig will sie vom "Alten Kaufhaus", das Dienstag- und Freitagnachmittag offen hat, leben können. Die ersten Wochen geben dafür Anlass zur Hoffnung, die Kunden geben sich die Klinke in die Hand.

Rund 300 verschiedene Produkte aus eigener Herstellung sowie von Bauern bzw. Produzenten aus der Region werden im Alten Kaufhaus angeboten. Die Palette reicht von frischem Obst und Gemüse über Wurst und Fleisch bis zu Marmeladen, Schnaps, Traubensaft oder Blumensträußen. Vieles, aber nicht alles ist "bio".

Auch wenn man "Traditionelles hochhalten will", wie es Bischof-Horak ausdrückt, sind die beiden Neo-Unternehmer mit ihrem Geschäft alles andere als retro. Ein Online-Bestellservice (www.alteskaufhaus.at) ist im Aufbau. Dass so viel wie möglich – online oder persönlich – vorbestellt wird, ist Ziel des Teams: "Je weniger uns überbleibt, desto besser".

Revival für die Markthalle beim Schloss

Für viele Eisenstädter war es in den 1970er Jahren selbstverständlich, sich beim Wochenmarkt in den Stallungen des Schlosses Esterházy mit Lebensmitteln aller Art einzudecken. Nun knüpfen die Esterházy Betriebe an diese Tradition an und eröffnen im Trakt hinter der Vinothek die "Markthalle Kulinarium Burgenland".

Der Frauenkirchner "Paradeiserkaiser" Erich Stekovics konnte als Partner für die Idee genauso gewonnen werden wie Biobauer Rohrauer aus Lackendorf oder die Slowfood Bewegung Burgenland. "Es war überhaupt nicht schwierig, Produzenten aus der Region zu finden", freut sich Matthias Grün, Direktor des Forst- und Naturmanagementbereichs bei Esterházy. Jeden Freitag und Samstag werden "nachhaltig produzierte, qualitativ hochwertige" Produkte angeboten.

Dass auch das Bio-Landgut Esterházy in Apetlon, einer der größten landwirtschaftlichen Betriebe Österreichs, mit einem Stand vertreten ist, versteht sich von selbst. "Der Wechsel vom reinen Rohstoffvertrieb zur Veredelung der eigenen Produkte bis hin zur Direktvermarktung war der logische nächste Schritt", erklärt Grün. Seit 2002 werde im Seewinkel "höchst erfolgreich" biologisch gewirtschaftet. Das Hauptprodukt des Apetloner Hofes – Brotgetreide – gibt es nun auch in verarbeiteter Form, als Weizenmischbrot "Bio-Pannonier". Bereits etabliert sind Esterházyscher Honig, Kürbiskernöl und verschiedene Wildspezialitäten.

Auf Profit sei man mit der Markthalle nicht ausgerichtet, betont Grün, "aber rechnen soll es sich schon und der Markt soll die Frequenz hier im Schlossbezirk steigern."

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