© VGT

Chronik | Burgenland
06/18/2019

Aktivisten fordern Stroh statt Vollspaltenboden für Schweine

Für die Schweinehalter sei dieser Boden notwendig, um wirtschaftlich zu produzieren.

Stroh statt Beton“ steht auf den Transparenten der Tierschützer vom Verein gegen Tierfabriken (VGT). Sie protestierten am Dienstag in Pöttelsdorf und Draßburg, Bezirk Mattersburg, vor Schweineställen. Dem VGT seien Fotos und Filme aus drei „Schweinefabriken“ im Bezirk zugespielt worden, welche die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien bestätigen würden: Die Tiere müssten dicht gedrängt leben, auf völlig verdreckten Böden, mit entzündeten Augen aufgrund der Dämpfe der Exkremente, die unter den Spalten liegen.

Tierschutz

„Wir möchten, dass kein Schwein mehr in Österreich auf Vollspaltenboden leiden muss“, sagt Jana Gruber vom VGT, der derzeit eine Kampagne gegen diese Haltung durchführt. Auch der Grüne Landtagsabgeordnete Wolfgang Spitzmüller setzt sich für ein Verbot der Vollspaltenböden ein. „Wir wollen erreichen, dass es zwar künftig Spaltenböden geben darf, aber keine Vollspaltenböden, das heißt, der Liegebereich muss mit Stroh eingestreut sein“, sagt Spitzmüller. Die Schweine würden den Liege- und Kotbereich trennen, „aber das geht natürlich nur, wenn ausreichend Platz vorhanden ist.“

 

Laut Landwirtschaftskammer werden im Burgenland 43.585 Schweine gehalten, 2005 waren es noch mehr als 71.000. Die 486 Betriebe haben einen österreichweiten Anteil an der Fleischproduktion von 1,57 Prozent. Die Durchschnittsgröße pro Betrieb lag 2018 bei 90 Tieren.

„In der konventionellen Landwirtschaft sind die Spaltenböden Standard und nach dem Tierschutzgesetz erlaubt“, sagt Anton Binder, Obmann des burgenländischen Schweinezuchtverbandes. Mit Investitionen in ihre Ställe hielten sich die Landwirte seit Jahren zurück, weiß Binder. Ohne Vollspaltenböden würde der Arbeitsaufwand für die Bauern steigen. „Das wäre vom Arbeitsaufwand nicht zu stemmen“, sagt Binder: „Mehr fürs Schnitzel will auch niemand bezahlen.“