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Chronik Burgenland
01/22/2020

Ärztemangel im Burgenland: Dialyse bis weit nach Mitternacht

Patienten leiden unter Mangel an Dialyse-Plätzen im Burgenland. Ab 1. April aber zusätzliche Kapazitäten in Frauenkirchen.

von Stefan Jedlicka

Dialysebehandlungen stellen für darauf angewiesene Patienten mit Nierenerkrankungen an sich schon eine enorme Belastung dar. Umso größer wird diese Belastung, wenn solche lebenswichtigen Termine erst weit nach Mitternacht stattfinden. Wie aktuell im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Eisenstadt, wo zusätzlich zum üblichen Drei-Schicht-Betrieb nun eine vierte (Nacht-) Schicht eingeführt werden musste, die zwischen 3 und 4 Uhr morgens endet.

Die österreichische Gesellschaft für Nephrologie (ÖGN) schlägt angesichts dieses Mangels an Dialyseplätzen im Burgenland Alarm. Der Schlafentzug führe zu einer Verschlechterung des bereits beeinträchtigten Biorhythmus der Patienten, zu Blutdruckabfällen, Stress und Schlaflosigkeit. Eine Verlegung der Behandlung nach Wien oder Niederösterreich sei nicht möglich, da auch dort die Plätze ausgelastet seien.

Zu wenig Kapazitäten

Prinzipiell sei das Problem nicht neu, aktuell aber insofern unverständlich, als in Frauenkirchen 2015 ein zusätzliches Dialysezentrum eröffnet wurde. Eine mögliche Ursache ortet die ÖGN in der „unzureichenden Finanzierung der Spitalsdialysen durch die Krankenkassen“.

Im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder bestätigt man den Mangel. „Chronische Nierenerkrankungen sind seit vielen Jahren im Steigen begriffen. Damit steigt auch das Erfordernis von Kapazitätsausweitungen zur Sicherstellung der Dialysebehandlungen. Darauf wurde vonseiten der Krankenhausleitung nachweislich hingewiesen“, sagt Krankenhausdirektor Robert Maurer. Und er findet deutliche Worte für die aktuelle Situation im Bereich der Dialyse: „Sie ist für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie insbesondere für die Patientinnen und Patienten extrem belastend. Für alle Beteiligten ist nach mehr als acht Monaten die Grenze zum Unerträglichen erreicht.“

Im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder bestätigt man den Mangel. „Chronische Nierenerkrankungen sind seit vielen Jahren im Steigen begriffen. Damit steigt auch das Erfordernis von Kapazitätsausweitungen zur Sicherstellung der Dialysebehandlungen. Darauf wurde vonseiten der Krankenhausleitung nachweislich hingewiesen“, sagt Krankenhausdirektor Robert Maurer. Und er findet deutliche Worte für die aktuelle Situation im Bereich der Dialyse: „Sie ist für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie insbesondere für die Patientinnen und Patienten extrem belastend. Für alle Beteiligten ist nach mehr als acht Monaten die Grenze zum Unerträglichen erreicht.“

Ärztemangel

Die zur Verfügung stehenden Kapazitäten seien für den Einzugsbereich „einfach zu gering,“ so Maurer. „Im Burgenland ist es weniger das Thema der Finanzierung durch die Krankenkassen. Es hängt an den beantragten, aber bis dato nicht bewilligten Kapazitätserweiterungen“. Das sieht Christian Moder, Direktor der Gesundheitskasse Burgenland, ähnlich. „Dass die Finanzierung der Dialyseplätze durch die Kassen mangelhaft wäre, ist schlicht und einfach falsch. Schon deshalb, weil das im Burgenland in die Agenden des Landes fällt“, betont er. Zusätzlich zum steigenden Bedarf bestehe das Problem, dass im Dialysezentrum Frauenkirchen zwar Plätze verfügbar wären, diese aber nicht genutzt werden könnten, weil es an Fachärzten fehle. „Auch hier ist das Land gefordert“, sagt Moder.

Mehr Kapazität in Frauenkirchen ab 1. April

Eine Verbesserung der Situation sei jedoch in Sicht, kündigt Landeshauptmann Hans Peter Doskozil an. Aufgrund der steigenden Anzahl an Dialysepatienten werde es ab 1. April zu einer Aufstockung in Frauenkirchen kommen. „Mit OptimaMed, dem Betreiber des Dialysezentrums, konnten wir uns darauf einigen, die Kapazitäten um 50 Prozent zu erhöhen, damit sind 36 Dialysen zusätzlich in der Woche möglich. Eine wohnortnahe Versorgung ist damit sichergestellt und das Krankenhaus Eisenstadt wird entlastet“.

„Wir freuen uns, dass wir mit der Erweiterung der Dialyse die Gesundheitsversorgung im Seewinkel ausbauen und weitere Arbeitsplätze schaffen können“, sagt Anton Kellner, Geschäftsführer der SeneCura Gruppe, zu der die OptimaMed-Einrichtungen zählen. Die Vorbereitungen für die Ausweitung laufen, ein Facharzt konnte bereits gefunden werden.