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Chronik Burgenland
01/15/2019

400 Millionen für bessere Windkraft

Landesunternehmen versorgt 95 Prozent aller Haushalte. 2019 wird wieder groß investiert.

von Michael Pekovics

Den Energieversorgern bläst derzeit ein rauer Wind entgegen. Durch die seit Oktober 2018 geltende Strompreiszonentrennung wird die Menge an Strom, die zwischen Österreich und Deutschland gehandelt werden darf, auf 4,9 Gigawatt (GW) beschränkt, unbegrenzter Handel ist nicht mehr möglich. Das treibt die Strompreise in die Höhe, die Energie Burgenland hat die Preise zuletzt im Oktober angepasst. „Eine weitere Erhöhung ist derzeit nicht absehbar, wir müssen allerdings die Entwicklungen abwarten – derzeit bewegen wir uns bei den Strompreisen stabil auf einem hohen Niveau“, sagt Energie Burgenland Vorstandsdirektor Alois Ecker.

„Rückläufig, aber gut“

Gemeinsam mit Vorstandsvorsitzenden Michael Gerbavsits präsentierte er am Montag die Bilanz der Energie Burgenland für das Geschäftsjahr 2017/’18 (siehe Zusatzbericht unten). Den Rückgang im Umsatz bei gleichzeitig steigendem Gewinn erklärt das Duo mit dem „relativ geringen Windaufkommen, dem warmen Winter sowie punktuellen Ereignissen.“

Grundsätzlich sei man mit der Entwicklung des im Oktober 2018 abgelaufenen Geschäftsjahres aber zufrieden: „Trotz rückläufigem Umsatz ist das insgesamt ein positives Ergebnis“, sagen Gerbavsits und Ecker. Der Vergleich mit anderen österreichischen Energieversorgern gibt ihnen Recht: Beim Umsatzwachstum liegt die Energie Burgenland an dritter, beim Ertragswachstum sogar an zweiter Stelle (von 2012 bis 2017).

2019 wird investiert

Aufbauend darauf soll die gute Entwicklung fortgesetzt werden, im heurigen Jahr sind Investitionen in der Höhe von rund 110 Millionen Euro geplant. Geplant ist etwa eine Erweiterung des Erdgasnetzes in Eisenstadt sowie eine Verdichtung in Neusiedl am See. Viel Geld wird auch im Bereich Windenergie in die Hand genommen: Im vierten Quartal 2019 startet die dritte Windausbauphase, bis 2023 werden rund 400 Millionen Euro investiert. Laut Gerbavsits sollen zwei Drittel davon in den Tausch bestehender und ein Drittel in den Bau neuer Windräder fließen.

„In Summe wird es dann zwar zehn Anlagen weniger geben, diese produzieren dafür aber um 20 Prozent mehr Energie“, sagt der Vorstandsvorsitzende. Derzeit hat die Energie Burgenland 225 Windkraftanlagen in Betrieb, diese haben im abgelaufenen Geschäftsjahr 917 GWh (Gigawattstunden) Energie produziert. Rund ein Drittel des Umsatzes der Energie Burgenland wird mit Windrädern produziert. Im Vergleich dazu nimmt die vor allem bei Privathaushalten immer beliebter werdende Fotovoltaik nur einen geringen Stellenwert ein – und das wird auch noch länger so bleiben. Denn alle Fotovoltaikanlagen der Energie Burgenland zusammen genommen produzieren so viel Energie wie zwei Windräder.

Für neue Anlagen, wie etwa in Rechnitz immer wieder im Gespräch, sieht Gerbavsits wenig Chancen: „Die Technologie der Schwachwindanlagen müsste massiv verbessert werden, damit sich das rentiert.“ Generell sei die Aufteilung der erneuerbaren Energie im Burgenland geografisch klar verteilt: „Im Norden setzen wir auf Wind, im Süden eher auf Fotovoltaik.“

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