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Burgenland
03/15/2014

27.500 Euro an falschen Prinzen gezahlt

Der Handwerker berichtet im KURIER-Gespräch über seine Kontakte zu "Prince Harry"

von Roland Pittner

Eine vermeintlich adelige Freundschaftsanfrage auf Facebook von „Prince Harry“ brachte einen Burgenländer um 27.500 Euro, der KURIER hat berichtet. „Ich nutze Facebook nur beruflich, meine Firma ist spezialisiert auf Böden und Intarsien“, sagt der Unternehmer, der anonym bleiben will, im KURIER-Gespräch. „Unsere Arbeit hat ,Prince Harry’ gefallen. Wir hatten auch schon Aufträge in Abu Dhabi, da habe ich ihn gefragt, ob er in seinen Schlössern nicht etwas zu restaurieren hätte“, sagt der Südburgenländer.

Der vermeintliche Prinz sagte zu, es gäbe Aufträge in der Höhe von einer Million Pfund, der Buckingham Palast, könne neue Böden brauchen und der Anwalt des Königshauses werde sich in Kürze melden. Das tat er auch. „Er verlangte, dass ich 2500 Euro überweise, um eine Firma in England zu gründen“, sagt der Unternehmer, der die Chance ergriff, um den vermeintlich königlichen Auftrag zu bekommen.

Gründung

„Die Firma wurde auch gegründet. Es schien alles seriös“, sagt der Betrogene. Der Anwalt verlangte schließlich noch eine Sicherheitsleistung in der Höhe von 22.000 Euro. „Ich dachte das wäre wie in Österreich bei einer GmbH, wo man ebenfalls Geld hinterlegen muss“, sagt der Unternehmer.

Ist das Geld auf dem englischen Konto, dann würde der Südburgenländer nach England eingeladen zur Vertragsunterzeichnung, damit die Anzahlung von 500.000 Pfund auf sein Konto überwiesen werden kann. Der Südburgenländer überwies das Geld, doch die Einladung nach London kam nicht, sondern nur ein eMail. „Das Geld sei von der ,Drugs Law’ Behörde eingefroren worden, ich sollte weitere 18.000 Euro überweisen“, sagt der Bodenleger. Davon überwies der Mann noch 3000 Euro per Western Union an die Betrüger. Am Freitag vertraute sich der Mann schließlich der Polizei an und erstattete Anzeige. Den vermeintlichen Anwalt des Königshauses gibt es gar nicht.

Ermittlungen

Mittlerweile habe er die österreichische Botschaft in England eingeschaltet und einen Anwalt kontaktiert, der versuchen soll, das Geld zurück zu bekommen. „Auch meine Bank versucht das Geld zurückzubuchen“, sagt er. Mit dem falschen „Prince Harry“ sei er noch in Kontakt, „damit der Account nicht gelöscht wird“. Auch Interpol sei bereits eingeschaltet in dem Fall.

Die Ermittler aus dem Burgenland sehen schwarz, dass der Unternehmer das Geld je wieder sehen wird.

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