Chronik | Burgenland
27.03.2018

U-Haft für mutmaßlichen Messerstecher verlängert

Streit zwischen zwei Lehrlingen in der Berufsschule Eisenstadt um ein Mädchen war eskaliert, 16-Jähriger musste operiert werden

Jener 17-jährige Lehrling, der vor rund drei Wochen einen Kollegen niedergestochen haben soll, muss für weitere vier Wochen in der Justizanstalt Eisenstadt bleiben: "Die Untersuchungshaft wurde am Montag verlängert", sagte Staatsanwaltschaftssprecherin Verena Strnad am Dienstagvormittag auf KURIER-Anfrage. Verkürzen könnte sich die U-Haft allenfalls, wenn schon vor deren Ablauf Anklage erhoben würde. Für die Anklagebehörde besteht der dringende Verdacht des versuchten Mordes. Die U-Haft wurde wegen Tatbegehungsgefahr und Verdunkelungsgefahr beantragt und nun verlängert. 

Wie berichtet, waren zwei Lehrlinge im Internat der Berufsschule Eisenstadt am 7. März wegen eines Mädchens in Streit geraten. Ein 17-Jähriger aus dem Bezirk Neusiedl am See versetzte einem 16-Jährigen aus dem Bezirk Güssing zunächst einen Faustschlag, ehe die beiden Jugendlichen gegen 23 Uhr noch einmal aufeinander trafen und der ältere Bursch dem Jüngeren mit einem Taschenmesser mit rund vier Zentimeter langer Klinge  in Brust und Bauch gestochen haben soll. Der Verletzte wurde ins Krankenhaus Eisenstadt gebracht und operiert, Lebensgefahr bestand keine. Der 17-jährige Tatverdächtige wurde festgenommen. Auslöser für die Tat soll Eifersucht gewesen sein. Der Angreifer, ein Bäckerlehrling aus dem Nordburgenland, sei auf den angehenden Einzelhandelskaufmann aus dem Südburgenland wütend gewesen, weil der ihm die Freundin ausgespannt hatte.

Wie der KURIER aus dem Umfeld der Lehrlinge erfuhr, soll der 17-Jährige seinen Nebenbuhler unter dem Vorwand sich entschuldigen zu wollen in sein Zimmer gelockt haben, ehe er zustach. Danach soll er noch Bilder in sozialen Netzwerken gepostet haben.

Der verletzte 16-Jährige hat vor den Osterferien bereits wieder den Unterricht besucht, der U-Häftling wird wohl nicht wieder an die Berufsschule Eisenstadt zurückkehren können, unabhängig vom Ausgang des Verfahrens.