160 Straftaten in drei Wochen

Zwei Albaner waren auf Beutezug in Österreich. Bei ihren Taten richteten sie einen Schaden von fast 200.000 Euro an.

Die Anklageschrift umfasste ganze 32 Seiten und mehr als 160 Delikte und das in knapp einem Monat. Einbrüche in Einfamilienhäuser, Auto- und Bankomatkartendiebstähle gehen auf das Konto von zwei Albanern, die sich am Dienstag in Eisenstadt vor Gericht verantworten mussten.

Ihr gewerbsmäßiger Beutezug hatte selbst den Staatsanwalt verblüfft. "Das ist Hardcore-Einbruchskriminalität. Ich bin seit zehn Jahren Staatsanwalt. So einen Akt hatte ich aber noch nie", betonte Ankläger Roland Koch, der den beiden Kriminellen vorwarf, "ausschließlich mit der Absicht, Einbrüche zu begehen" nach Österreich eingereist zu sein.
"Sie haben sich überhaupt nichts gepfiffen, sie gingen in die Häuser während die Menschen schliefen", wies Koch auch auf die psychische Belastung hin, die sie bei vielen Opfern verursachten hätten. Auch die beiden Verteidiger Farid Rifaat und Peter Philipp wollten die Taten ihrer geständigen Mandaten nicht schönreden. "Alles, was sie von der Staatsanwaltschaft hörten, ist zu 95 Prozent richtig", erklärte Philipp, der jedoch das ungetrübte Vorleben seines Mandaten Kastriot D., 37, unterstrich.

Ganz und gar nicht ungetrübt ist das Vorleben von Kastriot E., 39. Er ist einschlägig vorbestraft und hatte in Frankreich bereits zwei Jahre und sieben Monate eingesessen. Am 29. Mai 2010 wurde er entlassen. Bereits am 13. August reiste er gemeinsam mit D. nach Österreich ein.

Von Bad Radkersburg aus starteten die beiden Männer ihre Einbruchstour, die sie quer durch Österreich führte. Nur Kärnten, Tirol und Vorarlberg blieben verschont. Die Handschellen für die beiden klickten in Salzburg, als sie zu einem gestohlenen Pkw zurückkehrten. Der Gesamtschaden ihrer kriminellen Tour beläuft sich auf 200.000 Euro.

Spielsucht

"Welcher Teufel hat sie geritten, dass sie wenige Monate nach der Haftentlassung wieder Einbrüche begehen?", wollte Richter Wolfgang Rauter von Kastriot E. wissen. Sein Anwalt Farid Rifaat, wollte dem Richtersenat glaubhaft machen, dass sein Mandant ein Spieler sei. Ein Versuch, mit dem er jedoch scheiterte. Denn die Ermittler konnten keinerlei Hinweis auf seine Spielsucht finden.

"Wir haben die Protokolle der Schlüsselkarten ihrer Hotels überprüft. Sie haben die Zimmer immer nur nachts, gegen Mitternacht, verlassen, und sind gegen sechs Uhr morgens zurückgekehrt", widerlegte der Staatsanwalt die Spielerthese des Anwaltes.

Der Schöffensenat verurteilte Kastriot E. zu 6,5 Jahren unbedingter Haft, sein Komplize fasste 4 Jahre Haft aus. Den beiden drohen in der Schweiz und Deutschland weitere Verfahren wegen Einbrüchen. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011