Der Verkehr auf Durchzugsstraßen, aber auch Reisezüge und Bahnhöfe werden kontrolliert

© APA/GERT EGGENBERGER

Chronik Burgenland
08/08/2019

14-mal hat der "Puma" heuer im Burgenland schon zugeschnappt

Rund 14.000 Personenkontrollen führte die grenz- und fremdenpolizeiliche Einheit "Puma" im ersten Halbjahr 2019 durch.

von Stefan Jedlicka

Am Sonntagabend erwischte es einen Russen im Zug zwischen Pama und Kittsee (Bezirk Neusiedl am See). Er war wegen Diebstahls, Betrugs und Urkundenfälschungen gesucht worden. Der 28-Jährige war die bereits 14. Person, die heuer von der fremden- und grenzpolizeilichen Sondereinheit „Puma“ festgenommen wurde. Seit mehr als einem Jahr führt die Einheit im Burgenland verstärkte Überprüfungen durch.

Diesmal waren die Beamten zu Schwerpunktkontrollen in Zügen zwischen Österreich und der Slowakei ausgerückt. Als sie den russischen Staatsbürger unter die Lupe nahmen, stellte sich heraus, dass gegen den 28-Jährigen eine Festnahmeanordnung der Staatsanwaltschaft Wien bestand. Er wurde deshalb in eine Justizanstalt nach Wien gebracht.

Landesweite Schwerpunkte

Vier koordinierte, landesweite Schwerpunktaktionen hat es im ersten Halbjahr 2019 bereits gegeben, wie Jürgen Mayer, Pressesprecher der Landespolizeidirektion Burgenland, auf KURIER-Nachfrage erklärt. Dabei nehmen 40 bis 60 Beamte aus mehreren Bezirken mindestens sechs Stunden lang Reisezüge, Bahnhöfe sowie Durchzugsstraßen unter die Lupe.

Zu weiteren 316 Einsätzen der „Puma“-Einheit von Jänner bis Juli waren jeweils ein oder zwei Streifen gemeinsam für rund zwei Stunden ausgerückt. Insgesamt wurden dabei rund 14.000 Personenüberprüfungen durch das internationale EKIS-Computersystem durchgeführt. 13 Mal endeten die Einsätze im ersten Halbjahr mit einer Festnahme, weil gegen die kontrollierten Personen entweder ein nationaler oder ein internationaler Haftbefehl bestand.

Waffen und Suchtgift

Fünf Mal fanden die Beamten dabei Diebesgut, Waffen oder Suchtgift. Für 330 Verwaltungsübertretungen – wie beispielsweise einen nicht vorhandenen Reisepass – gab es Geldstrafen. 91 Mal waren kontrollierte Personen zwar nicht zur Verhaftung, aber zur Aufenthaltsermittlung für Gerichte ausgeschrieben, um etwa zu Befragungen vorgeladen werden zu können.

Zu gefährlichen Situationen für die Polizisten sei es bei den Einsätzen bislang noch nicht gekommen. „Es ist ja nie ein Beamter alleine“, sagt Jürgen Mayer: „Und wenn ein zur Verhaftung Ausgeschriebener vier oder fünf Polizisten gegenüber steht, dann sieht er die Aussichtslosigkeit seiner Situation meistens ein.“