Chronik
01.05.2018

39 Wiener Schüler mussten auf Airport übernachten

Chaotische Szenen auf zwei Flughäfen wegen bis dato ungeklärter Probleme von Air Malta

Der missglückte Flug der Air Malta von Luqa nach Wien am vergangenen Freitag schlägt weiter Wellen. Wie berichtet, gab es nach dem Boarding mehrere Versuche, die Motoren der Maschine in Gang zu bringen. Nach mehrstündiger Verspätung startete der Airbus schließlich Richtung Österreich. Doch auf rund 3500 Meter Höhe legte der Pilot mehrere Schleifen ein und musste wegen erneuten technischen Problemen eine Rücklandung durchführen. Die Folge waren chaotische Szene nicht nur in Malta, sondern auch in Wien. Nicht nur eine HTL-Klasse aus Wr. Neustadt übernachtete in der VIP-Lounge, eine Wiener NMS-Klasse mit 39 Schülern im Alter von 12 bis 14 Jahren musste gar auf den Metallsitzen die Nacht verbringen. „Die Schüler warten teilweise von sieben Uhr in der Früh bis am nächsten Tag um 13 Uhr wach“, berichtet die Donaustädter Lehrerin, Doris Reisinger. Es gab keine Decken oder Polster.

Die Pädagogen beider Schulen betonen zwar, dass ihnen Hotelzimmer angeboten wurden. Aber die Formalitäten dauerten bis drei Uhr in der Früh und der Rückflug war für sehr zeitig in der Früh wieder angesetzt. Tatsächlich landete die Ersatzmaschine dann aber erst mit neuerlicher Verspätung am folgenden Nachmittag in Wien.

Chaos gab es aber auch auf dem geplanten Rückflug nach Luqa um 19.40 Uhr. Dort wartete etwa Herwig Hösele. „Zunächst gab es eine Verschiebung um zwei Stunden, dann um drei Stunden und schließlich wurde ein Abflug für drei Uhr angekündigt. Um 23.15 Uhr wurde uns schließlich mitgeteilt, dass erst am Samstag eine Ersatzmaschine um 13 Uhr starten würde“, berichtet er. Dort hieß es dann, die Maschine sei zu klein und er könne über London fliegen – was er verweigerte. Er versucht nun, die Stornokosten für sein Hotel zu bekommen.

Vorerst gibt es weder gegenüber den Passagieren noch gegenüber dem KURIER eine Stellungnahme von Air Malta. Die Agentur für Fahrgastrechte (APF) in Wien will nun eine Entschädigung erkämpfen.