Plexus Solaire: Die Franzosen sind zurück

Plexus Solaire
Foto: Reinhard Werner Plexus Solaire: Das sind Jürgen Bauer, Vincent Wohinz, Alexandre Fedorenko und Emanuel Rudas (v.l.n.r.)

Aufregende Konzerte und ein schwerer Unfall - nach 5 Jahren präsentierte die französischste Wiener Band ihr drittes Album in der Eden Bar.

Mit "Malheureux" feierte die französischste aller Wiener Bands ihre ersten großen Erfolge. Doch das ist einige Jahre her. Am Freitag erscheint nun endlich das dritte Album der Chanson-Rock-Band Plexus Solaire und das wird im großen Stil gefeiert. Und zwar ganz "classe" (französisch: stilgerecht) Donnerstagabend in der Eden Bar. Wer also Lust auf eine Party mit viel französischem Charme, guter Musik und dem ein oder anderen Gläschen Ricard hat, sollte sich blicken lassen.

Aus aktuellem Anlass haben wir mit Vincent, Emanuel und Jürgen über das neue Album und über die lange Zeit davor gesprochen.

Euer letztes Album "Sans détours" ist fünf Jahre her. Was ist in der Zwischenzeit passiert?

Vincent Wohinz: Es ist politisch wie gesellschaftlich die Welt in einer Veränderung, die wohl alles was bisher war, auf den Kopf stellen wird. Bandmäßig habe uns einige negative Sachen, als auch positive Elemente gestreift. Wir wurden älter und reifer.

Jürgen Bauer: Das Leben.

Emanuel Rudas: Höhepunkte und Niederlagen, für die Band wie persönlich. Wir haben sehr viel erlebt: aufregende Konzertreisen, lebensbedrohliche Unfälle, Ausflüge in andere Bandprojekte. Dass das Album über so einen langen Zeitraum entstanden ist, hat unseren Zugang zur eigenen Musik sicherlich verändert.

Wie würdet ihr den Sound auf dem neuen Album beschreiben?

V: Der Sound ist rockiger - irgendwie wilder - trotz alldem ist Plexus Solaire von der ersten Note erkennbar.

J: Einfache aber trotzdem anspruchsvolle Musik! Sehr modern und organisch produziert.

E: Organisch ist hier ein wichtiger Begriff: wir haben uns in einen Raum gestellt, die Idee war, es mehr nach Proberaum oder Konzert klingen zu lassen. Schlicht vier Menschen, die in einem Raum Musik machen. Das limitiert auch in der Nachbearbeitung – daher gibt´s hier fast keine nachträgliche Kosmetik. Fehler, Kanten und Experimente sind in den Songs daher zu hören.

Wer schreibt bei euch die Songs?

V: Grundsätzlich gibt es mehrere Phasen beim Songwriting: Phase eins - die Idee wird zum Großteil von Alex und mir bei unseren jeweiligen Songs begonnen; bei Phase zwei kommt die Band, hier ensteht der Sound. Phase drei ist die textliche Auseinandersetzung, zumindest bei meinen Songs - dann wird auf die Veränderungen eingegangen; Gesangsmelodien, der Takt und die Stimmung auch textlich bearbeitet.

CD Foto: Monkey Records Das neue Album erscheint am 24. Februar.

Wer das neue Album ersteht, ist automatisch auch Besitzer einer Bonus-Best-of-CD. Hattet ihr das Gefühl, es wäre schon Zeit für einen Rückblick?

J: Nach "Sans détours" gab es eine Phase, an der die Band fast zerbrochen wäre. Also für uns ist dieses Album ein kompletter Neuanfang.

E: Einerseits ist auf der Werkschau - ich halte den Begriff "Best Of" für ein bisserl zuviel - Musik enthalten, auf die wir noch einen kleinen Fokus legen wollten. Songs von Demos oder einem ersten Album, die wir schätzen, allerdings untergegangen oder vergriffen sind. Zudem sind viele Songs dabei, die uns musikalisch oder inhaltlich definieren. "Arcane 17" beschäftigt sich mit dem Surrealismus, "Perdu" oder "Laquelle Choisir" stehen für mich in der Tradition des klassischen Chansons. "Appelle-Moi" gibt Gas.

Diese Songs sind für mich tolle Momentaufnahmen, jeder einzelne weckt bei mir Erinnerungen und Emotionen. "Avant Que Le Vent Ne Nous Emporte" ist vom ersten vollen Album, ich wollte den Song unbedingt dabei haben. Er erinnert mich an diesen Keller, in dem wir gemeinsam standen und uns kaum kannten, war ich doch erst drei Wochen davor zur Band gestoßen.

Das neue Album habt ihr nach euch selbst benannt?

V: Ja.

J: Das erschien uns passend zum Neustart – Wie eine Art Wiederbelebung!

Ein Bretone, ein Pariser Kärntner, ein Tiroler und ein Wiener. Wie kommt so eine originelle Mischung zustande?

V: Das Leben würfelte uns alle zusammen, ob über Freunde, Freundinnen oder Zufall. Dass es so bleibt, war unsere Entscheidung, den Kontakt zu halten unser Wunsch.

J: Eine echte Wiener Melange!

E: Ich kann Vince nur zustimmen. Ich kam zur Band durch einen Anruf von Alex, den ich zuvor nur flüchtig kannte: "Hallo Manu. Ich weiß, dass du Bass spielt. Ich weiß nicht, ob du überhaupt spielen kannst. Aber du wirkst mir nicht unsympathisch und wir brauchen schnell jemanden für das Album". Das war vor 8, 9 Jahren. Da blieb ich gerne picken.

In welchen Lokalen in Wien kann man euch antreffen?

J: Alex ist gerade frisch gebackener Bar-Besitzer – Also sehr oft im Le Troquet in der Kirchengasse, ansonsten gehören von meiner Seite noch das Aromat, Futuregarden, Rhiz und Jenseits zu den Favoriten.

V: Little Stage im 5. Bezirk und manchmal im Troquet

Wie seid ihr auf die Idee gekommen eure Release-Party in der Eden Bar zu machen?

J: Nach einem sehr gelungenen Gig bei einer Party eines Wiener Architektenbüros haben wir die Eden Bar ins Herz geschlossen.

V: Die Bar ist einmalig, ich hoffe, dass sehen auch unser Gäste so. Das pure Wien, für Plexus Solaire - die exotischen Europäer aus Wien.

E: Ist doch ein legendärer Platz, in dem wohl so manches passierte, das besser im Verborgenen blieb.

FragWürdig: 5 kurze Fragen an Sänger Vincent

Plexus Solaire Foto: Lars Sembach Sänger Vincent Wohinz (2. von links) mit Band.

Eine Regel im Leben, an die ich mich halte... Gib niemals auf - Money comes and goes so fast.

Zwei Entscheidungen, die ich bereue... Das gibt’s einige - die verrate ich aber nicht.

Drei Sachen, an die ich glaube... Humanität, Phantasie, Gott

Vier Dinge, für die es sich zu leben lohnt... Liebe, Leidenschaft, Freundschaft und für den Augenblick

Fünf Dinge, die man über mich wissen sollte... Ich bin auch nur ein Mensch.

Info

Release-Party am Donnerstag, 23. Februar 2012, 20 Uhr in der Eden Bar (Liliengasse 2, 1010 Wien), Einlass ab 19 Uhr

(kurier) Erstellt am
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