Nova Rock '12: Termin fixiert

Popnews: Nova Rock Termin fix, Frühbuchertickets erhältlich + Boxset von Hendrix + analoge Vinylplatten von den Beatles + Lil Wayne fiepst wieder

Nova Rock Termin fixiert + Boxset von Jimi Hendrix + The Beatles mit analogen Originalsingles auf Vinyl + "Watch The Throne" mit Kanye West und Jay Z + Wir sind Helden mit zweitem Versuch + Lil Wayne kann`s noch +  Troy Andrews mit "For True" + Solo Album von Gabe Dixon + "R.E.D. Album" von The Game + Jools Holland arbeitet mit Herbert Grönemeyer + Gillian Welch mit "The Harrow And The Harvest" Nach dem Festival ist vor dem Festival - gemäß diesem Motto haben die Veranstalter des Nova Rock Festivals bereits den Termin für die nächste Ausgabe fixiert. Von 8. bis 10. Juni 2012 werden erneut zahlreiche Bands auf den Pannonia Fields im burgenländischen Nickelsdorf aufspielen. Heuer waren laut Veranstalter mehr als 150.000 Rockfans bei dem Spektakel dabei. Ab sofort könnten Frühbuchertickets bei oeticket, musicticket sowie in allen Raiffeisenbanken erworben werden.

Generell blicken die Veranstalter auf eine erfolgreiche Festivalsaison zurück. Mehr als 55.000 Besucher wurden an acht Veranstaltungstagen in Wiesen gezählt, darunter waren drei Veranstaltungstage - das Two Days a week Festival und das Arcade Fire-Konzert - mit 8.000 Zusehern pro Tag restlos ausverkauft. Für diverse karitative Projekte wurden im Festivalsommer insgesamt knapp 20.000 Euro gesammelt. Sechs Mal an drei Tagen ist Jimi Hendrix im Oktober 1968 mit seiner Experience in San Franciscos historischem Ballsaal Winterland aufgetreten. Schon einmal, ungefähr Mitte der 80er Jahre, wurden die damals angefertigten Mitschnitte zu einem posthumen Live-Album verarbeitet. Nun haben die Nachlassverwalter daraus ein ausgezeichnetes Boxset gefertigt: "Winterland" (Sony) enthält drei komplette Konzerte auf je einer CD sowie eine Art "Best Of" der restlichen Shows auf einer weiteren Disc.

"Winterland" dokumentiert Hendrix in Hochform, die Songauswahl ist exquisit (von "Manic Depression" über "Little Wing" bis zum famosen "Hear My Train A Comin`"). Atemberaubend auch die Coverversionen "Like A Rolling Stone" (Bob Dylan) und "Sunshine Of Your Love", jeden Abend modifiziert interpretiert. Zum Hörgenuss gibt es ein 36 Seiten dickes Booklet mit raren Fotos und informativen Texten. Abgerundet wird das Set mit einem Interview mit Hendrix. "Winterland" gibt es im komprimierter Form auch als Einfach-CD-Edition. The Beatles noch einmal im authentischen Sound: Nach der genialen Remaster-Edition aller Alben kam nun auch die Compilation "1" (EMI) mit jenem Mix in den Handel, der dem Sound der analogen Originalsingles auf Vinyl am nächsten kommt. Enthalten sind alle Nummer-eins-Hits der britischen Pop-Legende in Europa und Amerika. Also: Hier hat man es nicht mit einer "Best Of" zu tun, man bekommt aber die Entwicklung der Gruppe im Schnelldurchlauf, drei Songs im Mono-Mix und ein schönes Booklet. Mit einiger Erwartungshaltung blickte man dem Album "Watch The Throne" (Universal) entgegen. Das Mitte August erschienene Werk ist schließlich die Kollaboration der Rap-Großmeister Kanye West und Jay Z und konnte dann sowohl bei Kritikern wie Käufern reüssieren. In den USA stieg "Watch The Throne" auf Platz Eins ein und thronte dort zwei Wochen lang an der Spitze, bevor man von The Game auf Platz Zwei verdrängt wurde. Laut "New York Post" war anfangs nur eine EP angedacht, doch die Ende November 2010 begonnene Zusammenarbeit der beiden mit zahlreichen Grammy-Awards geschmückten Großverdiener, die in Hotelzimmern und Villen in aller Welt stattfand, warf mehr Material ab. Zwölf Tracks kamen letztendlich heraus, in denen West und Jay Z ihre stilistischen Eigenheiten miteinander verschmelzen. Prominente Gastsängerin ist Jay Z`s Gattin Beyonce, die auf "Lift Off" zu hören ist. Ebenso gibt es Justin Vernon, bekannt für sein Projekt Bon Iver, auf "That`s my Bitch" zu vernehmen. Wir sind Helden probieren mit ihrem bisher letzten Album "Bring mich nach Hause" (Sony) einen zweiten Anlauf. Die Platte erschien jetzt als Doppel-CD-Set noch einmal. Enthalten ist neben der Originalfassung eine unplugged Version des kompletten Longplayers. Ob solche Aktionen wirklich fanfreundlich sind, bleibt einmal mehr dahingestellt. Nach dreifach Platin und einem Grammy für "Tha Carter III", einer künstlerisch wankelmütigen Phase inklusive Rockalbum sowie einem Gefängnisaufenthalt ist die Veröffentlichung einer neuen Platte an sich ja schon vermeldenswert. Klarerweise ist Lil Waynes neuester Output, konsequent "The Carter IV" betitelt, heiß erwartet worden. Der erneut große Wurf ist es zwar nicht geworden, aber der junge Mann mit der markant fiepsigen Stimme versteht sein Handwerk immer noch, mal garniert mit Dancehall ("6 Foot 7 Foot"), mal mit nachdenklichen Pianofiguren ("President Carter"). Nur das allgegenwärtige Autotuning als Stimmverfremdungsmerkmal sollte doch baldigst verboten werden. Was wäre Hip-Hop ohne Jazz? Und was wäre Jazz ohne einer ordentlichen Portion Rock? Gerade Letzteres dürfte sich auch Troy Andrews gefragt haben, der wohl spätestens seit dem diesjährigen Jazz Fest Wien dem geneigten Publikum als Trombone Shorty ein Begriff sein dürfte. Der 25-Jährige legt mit "For True" sein bereits siebentes Studioalbum vor und präsentiert sich darauf als so recht untypischer Jazzer - und korrespondiert somit auch mit seinem optischen Erscheinungsbild. Mit Gästen von Kid Rock bis Lenny Kravitz wird der Sprung in den Breitwandsound gewagt, groß angelegte Groover wie "Buckjump" wechseln sich mit stampfenden Skizzen ("For True") ab oder Südstaatenflair verbreitenden Schnellschüssen wie "Lagniappe Part 1+2". Shorty und seine Band Orleans Avenue machen zu jeder Zeit den Eindruck einer mehr als selbstbewussten Einheit, der teilweise wohl etwas Zurückhaltung und Ausarbeitung von Nuancen nicht schaden würde. Aber langweilig geht eindeutig anders. Gabe Dixon, Pianist, Sänger, Komponist und Namensgeber der Gabe Dixon Band, hat mit "One Spark" ein herrliches erstes Solo-Album abgeliefert. Dass ihm dabei Bluegrass-Superstar Alison Krauss und James Walsh (Starsailor) bei je einer Nummer unterstützen, ist schön. Aber der Mann aus Nashville kann auch ohne prominente Hilfe perfekt eingängige Melodien in geschmackvolle Arrangements kleiden. Nicht ohne Grund hat Paul McCartney schon mehrmals Dixons Talent in Anspruch genommen (etwa beim Aufnahmen der Platte "Driving Rain"). Jayceon Terrell Taylor hat eigentlich gut lachen, auch wenn das zum Image des harten Gangsters nicht wirklich passt. Als The Game hat der 31-jährige Rapper aus den USA die dortige Szene seit seinem erfolgreichen Debüt "The Documentary" (2005) gehörig aufgemischt und gehört seitdem zu den Fixpunkten einer sehr kommerziell orientierten Rap-Kultur. Dieser Tage ist sein "R.E.D. Album" erschienen, auf dem er nicht nur namhafte Kollegen wie Snoop Dogg, Big Boi oder Drake versammelt, sondern auch Newcomer zu Wort kommen lässt. Dass Tyler, The Creator ihm bei "Martians Vs. Goblins" gar etwas die Schau stiehlt, dürfte The Game aber nur wenig bekümmern, stieg die neue Platte doch flugs auf Platz Eins der US-amerikanischen Billboard Charts ein. Durchzogen werden die 21 Tracks von einem sehr sterilen, technoiden Sound, einzig die von DJ Premier und Pharrell Williams produzierten Songs "Born In The Trap" und "Mama Knows" markieren angenehm soulige Ausreißer. Jools Holland, Musiker und britischer TV-Show-Gastgeber, hat erstmals mit Herbert Grönemeyer zusammengearbeitet. Ihre Kooperation, der Song "Marie" von Randy Newman, ist auf der CD "Jools Holland & Friends" (Warner) zu hören. Eine Freundin kommt übrigens aus Österreich: Valerie singt für den Pianisten "Wohin die Liebe hinfällt" - und befindet sich in illustrer Runde. Denn Kaliber wie Robert Plant, Sting, Tom Jones, Solomon Burke und Eric Clapton sowie Sam Brown und Nick Cave sind ebenfalls vertreten. Als Zugabe gibt es noch einmal Grönemeyer ("Just To Be Home With You"). Mit Roger Cicero als Gast beehrt Holland von 22. bis 24. September das Porgy & Bess in Wien, das Lehartheater Bad Ischl und den Linzer Posthof. Gillian Welch hat sich lange Zeit mit der Veröffentlichung einer neuen Platte gelassen. Zuletzt war 2003 die LP "Soul Journey" erschienen. Nun lieferte die US-Bluegrass-Alternative-Country-Sängerin und Gitarristin mit "The Harrow And The Harvest" (Warner) eine zarte, atmosphärisch dichte Platte ab, bei der jeder feine Ton perfekt sitzt und doch spontan klingt. Unterstützt wurde Welch erneut von ihrem Partner und Produzenten David Rawlings, der hier dezent im Hintergrund bleibt und mit seinen Backing Vocals die Songs bereichert. Nur mit akustischen Gitarren und Gesang schuf das Duo eine faszinierende Soundlandschaft, in der sich die gesamte Americana-Bandbreite findet (von Folk bis Country).
(apa / moe) Erstellt am
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