Merkel im #Neuland des Internet-Spotts

Angela Merkel in einem blauen Blazer vor einem hellblauen Hintergrund.
Die deutsche Kanzlerin sieht das Netz als "Neuland" - und erntet dafür Spott und Hohn.

Das Internet ist für uns alle Neuland", sagte Merkel am Mittwoch auf eine Frage zum Internet-Spähprogramm Prism bei einer Pressekonferenz. Präsident Obama, der aktuell auf Besuch in Berlin ist, stand dabei neben ihr. Vielleicht eine Erklärung für die verhaltene Antwort der Kanzlerin.

Spott und Häme

Auf Twitter sorgte der unglückliche Sager unter dem Schlagwort "#Neuland" jedenfalls umgehend für hämische Reaktionen (siehe Bildergalerie). Der Verweis, dass es das Internet immerhin schon seit 20 Jahren gebe, war da noch einer der harmlosen Antworten. Dazu tauchte innerhalb von Minuten ein Twitterprofil unter dem Namen "NeulandInternet" auf, das Sätze wie "Wenn ich mal groß bin, will ich Kanzlerin von Neuland sein" ins Netz schickte. Autsch.

Dabei habe die deutsche Kanzlerin eigentlich recht, wie Focus-Online Redakteur Peter Seiffert in einem Kommentar betont. Auch wenn das World Wide Web 23 Jahre alt sein möge, "den nächsten Überwachungsskandal verhindern wir nicht, indem wir so tun, als ob wir schon alles wüssten."

Memes: Die besten Reaktionen

Eine Collage zeigt Menschenmassen an der Berliner Mauer und am Brandenburger Tor.

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Angela Merkel als Entdecker in einer Collage mit dem Datum 19.6.2013.

Angela Merkel isst ein Käsestückchen.

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Eine Karte von Europa, wobei eine schwarze Wolke mit der Aufschrift „Internet“ Großbritannien bedeckt.

Ein Meme, das Angela Merkel mit dem Text „Das Internet ist für uns alle Neuland“ und drei Personen zeigt, die sich an den Kopf fassen.

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Angela Merkel und Dilma Rousseff scheinen gemeinsam ein Band zu verknoten.

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Angela Merkel hält ein Mikrofon und ein Handy in der Hand.

Das Logo von Neuland, gegründet 1969.

Ein YouTube-Fehlerbildschirm meldet, dass der Uploader dieses Video für Neuland nicht verfügbar gemacht hat.

Der Text sagt: Die kleine Angie möchte bitte aus dem Neuland abgeholt werden.

Angela Merkel klatscht lachend in die Hände.

Angela Merkel fragt: „Kann mir jemand den Weg ins Neuland zeigen?“.

Eine Gruppe von Menschen blickt überrascht in die Kamera und zeigt mit den Fingern.

Eine Karikatur von Angela Merkel und Barack Obama mit Sprechblasen über ihnen.

Angela Merkel mit einem Abakus, daneben eine Sprechblase mit der Frage: „Wie kommt man hier ins Internet?“.

Angela Merkel trägt eine weiße 3D-Brille.

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Angela Merkel steigt aus einem U-Boot und hält sich an einer Leiter fest. Über ihr steht „Welcome to Neuland, I'll be your guide“.

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Angela Merkel in Afghanistan, begleitet von Soldaten in Uniform.

Angela Merkel im Hintergrund, während im Vordergrund Fäuste mit Tattoos „#Neuland“ zu sehen sind.

Ein Meme mit Sean Bean als Boromir mit dem Text: „Man geht nicht einfach nach Neuland“.

In der Netzgemeinde überwiegte jedoch Unverständnis über den Sager (siehe Tweet-Sammlung unten). Viele fühlten sich mit der Aussage in ihrem Gefühl bestätigt, dass die Internetpolitik der deutschen Bundesregierung von einem mangelnden Grundverständnis für die digitale Welt zeugt.

Innerhalb weniger Stunden wurden auf einem eigens eingerichteten TumblR-Blog Memes mit dem Sager der deutschen Kanzlerin gesammelt. Mit diesem "Neuland" ist eben nicht zu spaßen. Das muss aktuell auch die deutsche Kanzlerin erfahren.

Autovermieter wirbt mit "Neuland"

Inzwischen ist die deutsche Bundeskanzlerin mit ihrem Sager auch zur Hauptfigur einer Werbeanzeige des Autovermieters Sixt geworden. Mit einem Bild von Merkel und dem Slogan "Für alle, die #Neuland entdecken wollen" wirbt Deutschlands größter Autovermieter seit Donnerstag bei Facebook für einen Geländewagen.

Sixt hatte schon einmal mit Merkel geworben: Vor Jahren sorgte eine Cabrio-Werbung der Kanzlerin mit Sturmfrisur bereits für Aufsehen. Konzernchef Erich Sixt zeigte sich bei der Hauptversammlung am Donnerstag in München amüsiert über die Steilvorlage für seine Werbeagentur: "Damit können wir sehr viel anfangen."

Angela Merkel mit einer seltsamen 3D-Brille, darunter der Hashtag #Neuland.

Auch über Twitter erntete die deutsche Kanzlerin hauptsächlich Spott für ihren unglücklichen Sager. Einige der besten Reaktionen finden Sie hier:

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