LomoKino: Die Kult-Bilder lernen laufen

Die analogen Lomo-Kameras bekommen Nachwuchs: Mit der LomoKino können per Kurbel nun kurze Filme gedreht werden.


Seit den Neunzigern punktet die Lomografie mit Retro-Charme im digitalen Zeitalter, und zwar mit simplen analogen Fotokameras (kurz: Lomos), die zum Großteil aus Kunststoff gefertigt sind. Nun hat die Lomo-Familie quicklebendigen Nachwuchs bekommen. Am 3. November wird die erste Lomo-Kamera mit Bewegtbild vorgestellt. ...

Der Kult um die Lomos zum Durchklicken. Mit Gewinnspiel. Kein Ton, keine Spezialeffekte, keine Nachbearbeitung. Das kann die LomoKino, mit der per Kurbel auf 35 mm Filme gemacht werden können, die 36 bis 48 Sekunden dauern können. "Das ist ein großer Schritt für die Lomographie. Dabei hatten wir das wohlige Gefühl im Kopf, das jeder von uns bekommt, wenn man an alte Super 8 Filme denkt – sie waren verwackelt, ohne Ton und trotzdem so authentisch." erzählt Wolfgang Stranzinger, einer der Gründer der Lomographischen Gesellschaft. Ursprünglich stammt die Lomo-Kamera aus der ehemaligen Sowjetunion, wo die ersten Modelle in den 80er Jahren produziert wurden. Bald aber bekamen Wiener Studenten davon Wind, und lernten die einmalige Ästhetik der Lomo-Fotos zu schätzen. Sie gründeten schließlich 1992 die Lomographic Society International (LSI) und machten die Marke weltberühmt. Im Portfolio sind Kameras mit den verschiedensten Features: Eine beliebte Funktion ist die Fisheye-Optik (Bild), oder auch ... ... das Einstellen von verschiedenen Farblinsen, wie etwa ... ... Gelb oder Grün, unübersehbar in diesem Bild angewendet. Ähnliche Effekte können auch schon mit Handy-Apps wie etwa Hipstamatic erzielt werden. Bei Lomo will man diezbezüglich aber beim Analogen bleiben: "Bis heute gibt es keine Pläne für eine App dieser Art, da es einfach schon sehr viele und gute Apps gibt und wir dann doch das frisch entwickelte Negativ einem Handyfoto vorziehen.", meint Stranzinger. Mittlerweile gibt es schon ein paar Modell-Klassiker, wie zum Beispiel die Diana mini, ... ... die Fisheye-Kamera, ... ... die Horizon, ... ... die LC-A, ... ... oder das Old-School-Modell Ljubitel. Mit der Spinner können 360-Grad-Bilder gemacht werden. Neu ist die La Sardina, die in verschiedensten Aufmachungen erhältlich ist. Dieses Modell hier kann wohl aufgrund der grellen Farbe kaum verloren werden. Mindestens gleich wichtig wie die Produktentwicklung ist bei Lomo der Kult um die Marke. Dias Abfeiern des Analogen kommt gerade bei jungen, vernetzten und urbanen Käufern gut an, die das Experimentieren mit der Retro-Technik mögen. Dazu passt das Rundherum für den modernen Geek, ... ... zum Beispiel modische Taschen für Kameras. "Mit überspitzten Slogans wie 'Leave The Digital Grind Behind' möchten wir darauf aufmerksam machen, dass es eine eine Alternative zu bestehenden Digitalkameras am Markt gibt", sagt Lomo-Geschäftsführer Stranzinger. "Die Menschen da draußen sollen jeden Tag die Möglichkeit haben, zwischen Digital und Analog zu entscheiden, da beides komplett unterschiedliche Medien sind." Unter der Überdigitalisierung Leidende können sich mit der Lomo eine analoge Auszeit nehmen. Diese ist aber eine trügerische, denn kaum eine Marke ist so gut im Internet vertreten wie Lomo. Im österreichischen Social Media Ranking belegt die Marke zur Zeit den zweiten Platz, unter anderem mit rund 350.000 Facebook-Fans. Mit der neuen Filmkamera vergrößert sich die Spielwiese für Lomographen: "Die Experimentiermöglichkeiten mit der LomoKino sind so groß, dass nicht einmal wir wissen, was wirklich alles möglich ist. Es beginnt bei der Wahl des Films, was Farben und Kontraste beeinflusst und endet vielleicht bei der Geschwindigkeit, mit der man die Kurbel der LomoKino dreht, doch am besten man probiert es selber aus." erklärt der Gründer von Lomo. Die Fans der Marke teilen ihre Fotos - und in Zukunft Filme - in den sozialen Netzwerken und tauschen sich darüber aus. Stranzinger: "Bei der Entwicklung der Kamera war uns klar, dass das Teilen im Netz sehr wichtig für unsere Community sein wird. Es gibt mehrere Möglichkeiten die Filme zu digitalisieren, beginnend vom Scannen bis hin zum Abfilmen des LomoKinoScopes (der speziell entwickelte analoge Viewer) mit dem Smartphone – auch hier ist fast alles möglich."
(KURIER.at) Erstellt am
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