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05.12.2011

Jimi Blue: Ein Mädchenschwarm wird älter

Am Donnerstag kommt das Teen-Märchen "Homies" in die Kinos. KURIER.at hat mit dem deutschen Jungschauspieler Jimi Blue Ochsenknecht gesprochen.

Jimi Blue Ochsenknecht sitzt entspannt in einer Suite im Hotel "The Ring" im ersten Wiener Gemeindebezirk, wo er Interviews zu seinem neuen Streifen "Homies" gibt. "Ich bin schon stolz auf den Film. Das ist das erste Mal, dass ich Musik und Schauspiel zusammen in einen Film gepackt habe." Jimi, Sohn von Schauspieler Uwe Ochsenknecht, hat allen Grund besonnen zu sein. Er ist mit etwa elf Jahren durch seine Rolle in der deutschen Kinderfilmserie "Wilde Kerle" bekannt geworden. Neben seinen Filmrollen hat er im Jahr 2007 auch eine Karriere als Sänger gestartet. Das dritte Album wird wohl Mitte nächsten Jahres erscheinen. Die Filmmusik habe mit dem Album aber nichts zu tun. "Das ist Urban Pop, also nicht ganz so kommerzieller Pop. Auf dem Album werde ich Electro- und Hip Hop-Elemente mischen."

"Homies", eine Mischung aus dem Eminem-Film "8 Mile" und "High School Musical", ist "ein Märchen für Kinder", wie Regisseur Adnan G. Köse bei der Premiere in Frankfurt am Main am Sonntag betonte. Als er das Drehbuch gelesen hat, habe er das gleiche Bild vor Augen gehabt, so Ochsenknecht. Mit "Homies" tritt er auch ein Stück weiter aus den Fußstapfen von Vater Uwe und Bruder Wilson Gonzalez, mit denen er schon so oft vor der Kamera gestanden ist. "Es war immer mein Ziel, ein ernstzunehmender Schauspieler zu werden. Aber der Film, die Musik und die Farben sind ganz klar für Teenies und Kids bis 16." Das sei für ihn aber einer der letzten Filme dieser Art, so der 19-Jährige.

Reich sein ist out

Der 95-Minüter "Homies" erzählt die Geschichte von Marvin, der in einer reichen Vorstadtgegend wohnt. Seine Mutter, eine erfolgreiche Immobilienmaklerin, hat bereits Zukunftspläne für Marvin. Doch der 18-Jährige beschließt nach der Begegnung mit Rapperlegende DW Court ebenfalls Musiker zu werden. Schnell findet er eine Clique. Doch muss er sich als Unterschichten-Rapper ausgeben um akzeptiert zu werden. Natürlich fliegt der Schwindel auf. Auch eine Liebesgeschichte begleitet den Erzählstrang.

Bis zu 200 Tänzer sind für die Tanzszenen vor die Kamera geholt worden. Der schnulzige Rap-Wettkampf kurz vor Schluss des Films und einige Binsenwahrheiten wie "Greif nach den Sternen!", "Steh zu deiner Liebe!" und "Lebe deinen Traum!" haben dem Film aber auch Kritik eingebracht. Ochsenknecht steckt das locker weg. "Das gehört dazu. Daraus lernt man natürlich auch."

Art House statt Teenie-Filme

So wie Marvin konzentriert er sich lieber auf seine Zukunft. Wahrscheinlich im nächsten Frühjahr werde dann noch der Kinofilm "Kleine Morde" herauskommen, bei dem er neben seinem bekannten Vater einen 20-jährigen "Psycho-Taxifahrer" und Vergewaltiger spielen werde. Vergewaltigen wird er auch in der bekannten ZDF-Krimiserie "Der Kriminalist". Längerfristig wolle er durch solche Rollen sein Teen-Star-Image ablegen. "Ich werde auch älter. Es ist nicht mehr so glaubwürdig, wenn ich so junge Rollen spiele." Dann sagt er überraschend: "Jetzt will ich erst mal Art House-Filme drehen."

Drei von fünf Angeboten für nächstes Jahr hat der Mädchenschwarm bereits angenommen. Seit April ist in Österreich und Deutschland auch seine erste Modekollektion zu haben. Und er möchte ein Drehbuch schreiben. "Ich habe Ideen aufgeschrieben. Vielleicht drehe ich das dann in fünf Jahren."

Kein Verständnis für kreischende Fans

Als der erste Teil von "Wilde Kerle" in die Kinos kam, war Ochsenknecht mit 11 Jahren so alt, wie viele seiner Fans heute sind. Dass auch er ein Produkt auf einem Markt mit einer klar definierten Zielgruppe ist, stört ihn nicht. "Der Teenie-Markt ist ein sehr großer und schöner Markt." Fast muss er lachen, als das Gespräch auf Justin Bieber fällt. Doch er findet nur Anerkennung für den jungen US-Star. "Justin Bieber ist supererfolgreich, der hat's auch drauf. Er spielt viele Instrumente, kann gut singen und tanzen und sieht auch gut aus. Und da stehen die Mädels natürlich drauf."

So sehr er von seinen vor allem weiblichen Jungfans profitiert, so wenig Verständnis zeigt er für die Aufregung bei seinen Auftritten. "Man kann sich ja freuen. Aber umfallen und heulen? Mir ist das fast unangenehm, wenn sie kreischen." Er freut sich trotzdem darauf. "Wenn ich Autogramme gebe und die sind glücklich, dann bin ich auch glücklich."

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