"Harry Potter"-Finale: Fans stürmten Kinos

Zum letzten Mal beschert Harry Potter nun den Kinobetreibern ein "super Geschäft".
Foto: EPA

Verkleidete und zivile Potterianer kamen zur Mitternachtspremiere. "Teil der Familie" seien die Charaktere geworden, so Kabarettist Andreas Vitasek.

Eine Menge Zauberstäbe sind am Dienstagabend in den Wiener Village Cinemas geschwungen worden, aber Zauberhüte und -mäntel hätten es ruhig ein bisschen mehr sein dürfen. Zur langersehnten Mitternachtspremiere des Harry-Potter-Finales "hätten wir uns schon mehr verkleidete Besucher erwartet", gibt auch Kino-Betriebsleiter Martin Künstner zu. Doch so ganz ohne Stars wie in London oder New York macht die Maskerade wohl nur halb so viel Spaß. Und wenn dann doch vereinzelt Fans in wiedererkennbarem Outfit auftauchen, tappen die anwesenden Journalisten auch gern einmal ins Fettnäpfchen.

Zum letzten Mal beschert Harry Potter nun den Kinobetreibern ein "super Geschäft". Foto: EPA Zum letzten Mal beschert Harry Potter nun den Kinobetreibern ein "super Geschäft".

Einem Teenager ist der optische Vergleich mit dem arrogant-hinterlistigen Draco Malfoy etwa sichtlich unangenehm. "Das ist keine Verkleidung, ich bin Modeschüler", meint er nur kurz und verschwindet in den Saal zum Auftakt des "Double Features", das die beiden letzten Teile der "Heiligtümer des Todes" vereint. Ein junger Mann in Mantel und mit Zauberstab outet sich zwar als "Fan der ersten Stunde", schränkt aber gleich ein: "Ich bin nicht so ein nerdiger Fan, ich steh nur drauf mich zu verkleiden." Immerhin gehört er zu jenen, die sich auch den ersten Final-Teil noch einmal zu Gemüte führen.

Zum letzten Mal beschert Harry Potter nun den Kinobetreibern ein "super Geschäft". Foto: EPA Zum letzten Mal beschert Harry Potter nun den Kinobetreibern ein "super Geschäft".

Zu jenen zählt auch Kabarettist Andreas Vitasek, der sich als einer der wenigen Promis in dem Multiplex-Kino in Wien-Landstraße blicken lässt. Die jungen Zauberschüler "sind ein Teil der Familie geworden", erzählt er der APA freimütig. Und auch wenn man die vorigen Teile schon mehrfach gesehen habe, die Chance auf die spezielle Premiere wollte man sich dann doch nicht entgehen lassen. Gemeinsam mit den rund 800 Besuchern in den sechs Sälen der Village Cinemas und den vielen tausenden Fans österreichweit wurde also der Vorführung um 0.01 Uhr entgegengefiebert.

Zum letzten Mal beschert Harry Potter nun den Kinobetreibern ein "super Geschäft". Foto: EPA Zum letzten Mal beschert Harry Potter nun den Kinobetreibern ein "super Geschäft".

Zu diesem Zeitpunkt hat sich das Kino dann auch noch einmal deutlich gefüllt, der Popcorn-Absatz lässt die Augen der Mitarbeiter glänzen, die Hardcore-Fans tauchen auf. Die 24-jährige Katrin war etwa schon in London am roten Teppich dabei, wo zwei Tage lang im Regen campiert wurde, um Daniel Radcliffe, Emma Watson und Co. ganz aus der Nähe zu erleben. "Aber jetzt seh ich endlich auch den Film!" Von Melancholie angesichts des Kinoabschieds ist bei ihr keine Spur: "Es ist nicht wirklich zu Ende. Die Bücher kann man immer wieder lesen, und im Internet kommt ja Pottermore."

Dann geht es mit der 3D-Nickelbrille zurück in den Saal, wo sich einige ein vorfreudiges Kreischen bei den ersten Bildern nicht verkneifen können, bevor es richtig düster wird und die Kämpfe und Action-Szenen überwiegen. Als sich Ron und Hermine mittendrin zum ersten Mal küssen, brandet spontan Szenenapplaus auf, bevor wieder mitgefiebert und -geplaudert wird - schließlich wollen die Bücher ja auch zeitnah mit der filmischen Umsetzung verglichen werden. Für Veronika (23) wurde "den Kämpfen vielleicht ein bisschen zu viel Platz eingeräumt", aber im Großen und Ganzen "wurden die Erwartungen erfüllt".

Dem stimmen auch Isabell und Felicitas zu. Während die 25-Jährige "total zufrieden" ist, waren der 22-Jährigen "die Kampfszenen zu lang". Dafür lobt sie die vorlagengetreue Umsetzung und die Verwendung von "teils wortwörtlichen Zitaten. Ich habe das Buch nämlich extra gestern noch einmal gelesen." Isabell wiederum gibt auch zu, dass sie "sehr wehmütig" ist, dass die Kinoreihe nun ein Ende hat. Damit spricht sie nicht nur vielen Fans, sondern auch dem Betriebsleiter des Kinos aus dem Herzen. "Ich wünschte, dass es weitergeht", so Künstner, "das war immer einmal im Jahr ein super Geschäft."

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(APA / dost) Erstellt am
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