Der Soundtrack für die Weltrevolution

Krieg, Studienbedingungen oder "WEF". Es gibt immer einen Grund zum Demonstrieren. Die passenden Songs dazu findet ihr hier.

Proteste hier, Demonstrationen da. Auf praktisch jedem Flecken der Welt findet man Menschen, die sich, gegen was auch immer, auflehnen. Was alle Weltverbesserer vereint sind Lieder. Lieder gegen Krieg, gegen Ungerechtigkeiten und andere Schweinereien. Ein kleine Auswahl findet ihr hier, die Links zu den Songs direkt darunter. Protestsong = Bob Dylan. Könnte man meinen, ist aber keineswegs so. Protestsongs finden sich quasi in jeder musikalischen Spielart, von Folk bis Metal, von Country bis Punk.
Trotzdem kommt man an dem guten Herrn Dylan nun mal nicht vorbei. Einer seiner bedeutendsten Songs ist sicherlich "Maggie’s Farm". Neben Dylan war auch John Lennon eine große Nummer in der musikalischen Friedensbewegung. Sein bekanntester Song "Imagine" beschreibt eine utopische Welt voller Liebe und vor allem ohne Krieg. Auch 30 Jahre nach seinem Tod rührt dieses Lied noch viele Hörer zu Tränen. Humorvoller sieht es  Dr. House Darsteller Hugh Laurie in seinem "Protest Song". Eine Lösung hat er leider auch nicht. Sicher ist nur eines, es ist nicht Lupus. James Brown, der legendäre Soulsänger, kämpfte für die Rechte der Schwarzen, indem er "I’m black and I’m proud" in das Mikrofon schrie. Eine ebenfalls bekannte Kämpferin für Friede, Veganismus, Stierkampfverbot, und, und, und ist Lisa Simpson. Ein Klassiker ihrer Protestsongs stammt aus der Folge "Prinzessin von Zahnstein". "99 Luftballons" kennt jeder. Der Song machte Nena sogar in Amerika berühmt. Gedacht war er als Protest gegen den Kalten Krieg und als Botschaft Richtung Sowjetunion und Amerika. Nochmal Bob Dylan, diesmal allerdings durch die Stimme von Eddie Vedder und den Sound von Pearl Jam vertont. "Master of War". Neben Dylan sang auch ein anderer Bob, nämlich Bob Marley, für mehr Gerechtigkeit. "Get up Stand up". Ein Titel, eine Aussage. Der Name des Songs ist Programm und braucht keine Erklärung. Rage Against the Machine. Ein Name, eine Band, ein Kampf. Rage Against the Machine hat den Protest zur Lebensaufgabe gemacht. Der Song "Killing in the Name" war 2009 aber auch Mittel zum Zweck einer Facebook Initiative, die verhindern wollte, dass der damalige "The X Factor" Gewinner Platz  1 in den UK Charts belegt. Der Protest gegen Kommerzmusik war erfolgreich und RATM bestiegen den Musikthron in England. José-Manuel Thomas Arthur Chao, besser bekannt als Manu Chao, ist berühmt für seine kritischen Texte. In "Rainin in Paradise" lässt er es auf die paradiesische Flecken der Erde, von Palästina bis in den Kongo, regnen. Gegen den Georg W. Bush, den Einfluss der Medien und gegen die amerikanische Dummheit singen Green Day in ihrem "American Idiot". "Zombie" ist der größte Hit der Band The Cranberries und richtet sich gegen die Gewalttaten zwischen katholischen und protestantischen Extremisten in Nordirland. In dieselbe Wunde stechen U2 mit ihrem "Sunday, Bloody Sunday". Sie richten ihren Proteste ebenfalls gegen den Nordirlandkonflikt und spielen mit dem Titel auf die Blutsonntage 1920 und 1972 an. Auch die Hair-Metal–Band Twisted Sister kämpfte mit dem Song"We’re not gonna take it" gegen die Autorität  von Eltern, Lehrern und sonstigen Respektspersonen. Lange bevor Flavor Flav sich für eine Show auf MTV auf Partnersuche begab, kämpfte er mit der Band Public Enemy für die Gleichberechtigung von Schwarzen in Amerika. Besonders "Fight the Power" schlug ein wie eine Bombe. Mit "The Unknown Soldier" kritisierten die Doors den Krieg, die Nachrichten und das Fernsehen gleichzeitig. Die Aufnahmen zum Song entwickelten sich zu einer unglaublichen Herausforderung, da die Band erst nach über 130 Versuchen mit dem Ergebnis zufrieden war. Trotzdem weigerten sich damals viele Radiostation den Titel zu spielen. Mit dem Song "Clampdown", aus ihrem legendären London Calling Album, kritisierte Joe Strummer und The Clash den Faschismus und den Kapitalismus in England und der ganzen Welt. Dass Teile der USA nicht gerade für Schwulenfreundlichkeit stehen ist weithin bekannt. Ähnlich verhält es sich auch in der Countrymusik. Garth Brooks setzte sich mit diesem Thema auseinander und fordert "We shall be free". System of a Down sind bekannt dafür, sich politisch zu engagieren. Mit dem Song "Boom", bei dessen Video Michael Moore Regie führte, kämpfen sie gegen die Militarisierung auf der ganzen Welt. Mit dem Song "What’s Going on" wollte der Soulsänger Marvin Gaye soziale Ungerechtigkeiten aufzeigen und bekämpfen. Das gleichnamige Album behandelt Themen wie den Vietnamkrieg, Drogenabhängigkeit und die Armut der schwarzen Bevölkerung. Mit "Nur ein Sklave" protestiert die deutsche Punkband Dritte Wahl gegen die Normalität des Alltagslebens und bezeichnen diese als "moderne Sklaverei". In gebrochenem Deutsch, als Andeutung auf das verbotene Deutschlandlied, singen die Dead Kennedys "California uber alles". Anscheinend war die US-Punkband überzeugt, vor einem drohenden Faschismus im Amerika der beginnenden 1980er Jahre warnen zu müssen. "Fortunate Son" war der erste politische Song der Band Creedence Clearwater Revival. Als Gegner suchten sie sich 1969 die gefühllosen Reichen, die die Macht für die eigenen Zwecke nutzten, aus. Lange Haare, enge Hosen. Sogar Metallica  haben einige politisch motivierte Songs in Petto. Der bekannteste ist "One", vom Album"… And Justice For All" und ist eine musikalische Umsetzung des Romans "Johnny zieht in den Krieg" von Dalton Trumbo. Für diejenigen, die von der ganze Protestiererei schon genervt sind, gibt es ebenfalls einen Song. "Dies ist ein Protestsong gegen Protestsongs, ich hab es so satt." Sarkasmus und Ironie ist die Spielart der drei Berliner. Die Ärzte und ihr "Grotesksong" zeigt, dass man sich auch humorvoll über Protestsongs aufregen kann.
(kurier) Erstellt am
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