Amy Winehouse: Berühmt für Soul und Skandale

Amy Winehouse bei einem Konzert 2008.
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Die Soul-Sängerin Amy Winehouse galt als eines der größten Talente ihrer Generation. Am Samstag ist sie 27-jährig gestorben.

Amy Winehouse war Zeit ihrer Karriere für drei Dinge bekannt: Ihre unverwechselbare Stimme, ihre originelle Turmfrisur und ihren starken Drogenkonsum. Als Tochter eines Jazzmusikers begann sie schon früh, sich mit Musik zu beschäftigen. Soul und Jazz waren für sie eine Flucht aus den Depressionen, an denen sie seit der Scheidung der Eltern litt. Schon mit neun Jahren fügte sie sich selbst Schnittverletzungen zu.

2007 erzählte sie dem Rolling Stone: "Ich denke, das kam auch daher, dass ich einen älteren Bruder hatte. Ich hatte ständig diese ,Das Leben ist so traurig'-Gedanken. Ich habe J.D. Salinger gelesen und war nur frustriert."

Inspirierend

Amy Winehouse bei einem Konzert 2008. Foto: ap Amy Winehouse bei einem Konzert 2008.

Mit 12 hatte sie ein Schlüssel-Erlebnis: Während sie auf ihrem Bett lag und sich elend fühlte, hörte sie aus dem Zimmer ihrer Bruders nebenan den Jazz-Klassiker "Round Midnight". Danach fühlte sie sich sofort besser und begann deshalb, diese Musik zu studieren: "Ich lernte von Ella Fitzgerald, Sarah Vaughan und Dinah Washington", erzählte sie 2004 dem Independent. "Das waren - abgesehen von Hip-Hop - die inspirierendsten Leute, als sich mein Musikgeschmack bildete."

Mit 13 bewarb sie sich für die renommierte "Sylvia Young Theatre School" und beeindruckte die Direktorin nachhaltig. 2007 erinnerte sich Sylvia Young in einem Interview mit der Daily Mail an die erste Begegnung mit Winehouse: "Schon in dem Alter erschien sie mir als einmaliges Talent - sowohl als Komponistin als auch als Interpretin. Sie hatte diese spezielle Frisur, die sie jetzt immer noch hat. Und ich dachte: Ihre Fähigkeiten könnten sie in die Liga von Judy Garland oder Ella Fitzgerald katapultieren."

Amy Winehouse bei einem Konzert 2008. Foto: ap Amy Winehouse bei einem Konzert 2008.

2003 erschien "Frank" das erste Album von Winehouse. Der große Durchbruch gelang ihr 2006 mit "Back to black". Das traurig-schöne Album wurde mit Preisen überhäuft. Winehouse wurde zum Gegenentwurf zu all den blonden Pop-Püppchen. Sie war wild und unzuverlässig. Sie hatte einen eigenwilligen Stil und einen fatalen Hang zu Partys und Drogen. Die taumelnde Amy Winehouse wurde zum Lieblingsmotiv der Boulevardzeitungen.

Dann wurde es ruhiger um sie. Diesen Sommer wollte Winehouse nach mehreren Entzügen wieder auf Tour gehen. Doch schon das erste Konzert geriet zum Skandal. Bei der Show in Belgrad torkelte sie ziellos auf der Bühne herum, lallte, fand das Mikrofon nicht. Ihr Management sagte daraufhin alle weiteren Auftritte ab.

Stars zollen Winehouse Tribut

Viele Musikerkollegen und Freunde zollten der Sängerin über den Kurznachrichtendienst Twitter Tribut. Mick Hucknall von der Gruppe Simply Red würdigte Amy Winehouse als "bei weitem beste britische Sängerin aller Zeiten" und sprach von einem "tragischen Verlust". "Es ist so traurig, solch ein Talent gehen und ihr Leben in einer Tragödie enden zu sehen", schrieb US-Country-Sängerin LeAnn Rimes.

Kelly Osbourne gestand: "Ich kann gerade kaum atmen, so sehr weine ich. Ich habe eine meiner besten Freundinnen verloren. Ich werde dich immer lieben, Amy, und dein wahres Ich niemals vergessen." Fußballstar David Beckham sagte gegenüber Sky News, es sei "sehr traurig, sie war so talentiert und hatte so eine große Zukunft". Die Frau des früheren britischen Premiers Gordon Brown, Sarah, sprach von "einem großen Talent, einer außergewöhnlichen Stimme und einem tragischen Tod".

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(KURIER, APA / Anna Gasteiger, Brigitte Schokarth, mawe, dost) Erstellt am
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